„Kann doch wohl nicht wahr sein“
Fabian-Prozess vorbei – da eskaliert die Situation
Aktualisiert am 30.04.2026 – 17:51 UhrLesedauer: 18 Min.

Im Mordfall Fabian sagen die Eltern des getöteten Jungen aus. Am Ende eskaliert die Situation verbal.
Für die 30-jährige Gina H. gilt bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung die Unschuldsvermutung. Laut Anklage soll sie den Achtjährigen am 10. Oktober vergangenen Jahres aus seiner Wohnung in Güstrow gelockt und ihn an einem Tümpel im rund 15 Kilometer entfernten Klein Upahl mit mindestens sechs Messerstichen getötet haben. Einen Tag zuvor soll ihr Matthias R. mitgeteilt haben, dass die Trennung zwischen den beiden final und unwiderruflich sei. Durch den Mord an Fabian, so die Staatsanwaltschaft, habe Gina H. gehofft, Matthias R. wieder für sich gewinnen zu können.
17.34 Uhr: Damit beenden wir diesen Liveticker zum zweiten Prozesstag im Mordfall Fabian. Am Dienstag (5. Mai) geht es weiter, dann wird erneut der Vater des Jungen als Zeuge gehört.
Anwalt von Gina H. geht auf Staatsanwalt los
17.11 Uhr: Der Prozesstag ist eigentlich zu Ende, da eskaliert die Situation. Rechtsanwalt Thomas Löcker und Staatsanwalt Harald Nowack geraten verbal heftig aneinander. „Wo ist Ihre Leidenschaft als Ermittler? Das kann doch wohl nicht wahr sein“, wütet Löcker mit erhobener Stimme. Nowack kontert: „Meine Leidenschaft werden Sie noch mitbekommen.“ Hintergrund ist die Aussage von Matthias R., über einen Bekannten habe er von einem angeblich rund 13 Kilometer vom Tatort entfernt gefundenen Küchenmesser im Müll mitbekommen. Dieses, so Löcker nach Ende des Prozesstages zu t-online, habe die Polizei nicht sichern wollen. „Die Staatsanwaltschaft hätte sofort nach der Adresse des Fundorts fragen müssen und dieses Messer sicherstellen“, so Löcker. Die Anwältin von Fabians Mutter, Christine Habetha, bezeichnet das Verhalten von Löcker im Gespräch mit t-online hingegen als „albern“. Er könne jederzeit Beweisanträge stellen, wenn er das wolle, so Habetha. Die Staatsanwaltschaft habe alles getan, um die Tat bestmöglich aufzuklären. Die Tatwaffe im Fall Fabian wurde bis heute nicht gefunden und gilt als wichtiges Beweisstück.
