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Weltweit

Montenegros Adriahafen Bar gilt als potenzielle Verbindung zum Mittleren Korridor

wochentlich.deBy wochentlich.de23 Juni 2026Keine Kommentare4 Mins Read
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Montenegros Adriahafen Bar gilt als potenzielle Verbindung zum Mittleren Korridor
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Montenegros Präsident Jakov Milatović traf am Wochenende zum ersten Staatsbesuch eines montenegrinischen Staatsoberhaupts in dem zentralasiatischen Land in Kasachstan ein. Im Mittelpunkt der Gespräche stand der Ausbau der Zusammenarbeit im Transport- und Logistikbereich.

Bei einem Treffen mit dem kasachischen Ministerpräsidenten Olzhas Bektenov betonte die montenegrinische Seite die Rolle des zentralasiatischen Landes als logistische Drehscheibe zwischen Europa und Asien.

Das Land ist ein wichtiger Transitpunkt entlang der Transkaspischen Internationalen Transportroute (TITR).

Angesichts der strategischen Lage Montenegros an der Adriaküste diskutierten beide Seiten die Möglichkeit, den Hafen von Bar in das TITR-Netzwerk zu integrieren.

Obwohl keine formelle Vereinbarung bekannt gegeben wurde, sagten Beamte, dass eine solche Zusammenarbeit letztendlich zur Entwicklung eines multimodalen Verkehrskorridors beitragen könnte, der Zentralasien mit Süd- und Mitteleuropa verbindet.

„Kasachstan ist ein wichtiger Partner in einem Bereich, der Europa und Asien zunehmend verbindet. Deshalb sehen wir diesen Besuch als Gelegenheit, neue Türen für die montenegrinische Wirtschaft, den Tourismus, Investitionen und Entwicklung zu öffnen“, sagte Milatović.

Im vergangenen Jahr stieg das Frachtvolumen entlang der TITR-Route um mehr als 36 % und erreichte 77.000 20-Fuß-Äquivalent-Einheiten (TEU).

Der historische Besuch

Milatovićs Reise war von besonderer Bedeutung, da sie mit dem 20. Jahrestag der Unabhängigkeit Montenegros und dem 20. Jahrestag der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen den beiden Ländern zusammenfiel.

Der kasachische Präsident Kassym-Jomart Tokayev lobte Montenegros Fortschritte auf seinem Weg zur Mitgliedschaft in der Europäischen Union, ein Ziel, das das Land laut Milatović bis 2028 erreichen möchte.

„Sie haben eine entscheidende Rolle dabei gespielt, die Reformen in Montenegro voranzutreiben und seine Position als führender EU-Beitrittskandidat zu stärken. Wir wünschen Ihnen viel Erfolg bei der Erreichung dieses strategischen nationalen Ziels“, sagte Tokayev.

Beide Staats- und Regierungschefs stellten fest, dass der eventuelle Beitritt Montenegros zur EU neue Möglichkeiten für die bilaterale Zusammenarbeit schaffen könnte.

Milatović betonte auch die wachsende Bedeutung Zentralasiens für die Außenpolitik Montenegros und argumentierte, dass das diplomatische Engagement des Landes mit der Region deren zunehmende wirtschaftliche und geopolitische Bedeutung widerspiegeln sollte.

„Heute ist dies eine wichtige Region mit einer Bevölkerung von mehr als 100 Millionen Menschen und einer strategischen Bedeutung, die die Aufmerksamkeit Montenegros verdient“, sagte er.

Der Präsident kündigte Pläne zur Eröffnung der diplomatischen Vertretung Montenegros in Astana an, die die Interessen des Landes in ganz Zentralasien vertreten soll.

„Kasachstan ist die größte Volkswirtschaft in Zentralasien und Montenegro sollte seinen rechtmäßigen Platz in diesem Land einnehmen“, fügte Milatović hinzu.

Kasachstan unterhält seit 2024 ein Generalkonsulat in Podgorica.

Wirtschaft, digitale Partnerschaft und Tourismus

Die montenegrinische Delegation erkundete auch Möglichkeiten der Zusammenarbeit in den Bereichen Handel, Investitionen, Tourismus, Digitalisierung und Landwirtschaft.

Beide Seiten räumten ein, dass die aktuellen Handelsvolumina weiterhin deutlich unter ihrem Potenzial liegen. Zwischen Januar und April belief sich der bilaterale Handel auf insgesamt 226.700 Euro, 81 % weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Bei seinem Besuch in Astana wurde Milatović von einer Wirtschaftsdelegation begleitet, um den Handel anzukurbeln. Während des Kasachstan-Montenegro-Wirtschaftsforums unterzeichneten die Handelskammern beider Länder ein Memorandum of Understanding, während Kasachstan sein Engagement für die Schaffung eines günstigen Geschäfts- und Investitionsklimas für seine Balkanpartner bekräftigte.

Ein weiteres Interessengebiet war die digitale Transformation. Beamte stellten fest, dass Kasachstan eines der Länder mit einem hochentwickelten E-Government-System ist. Rund 90 % aller Dienstleistungen im Land können online erworben werden. Astana legt auch großen Wert auf die Entwicklung des KI-Bereichs. Montenegro hält die Erfahrung des Landes für lohnenswert.

„Wir schätzen die Erfolge Kasachstans bei der digitalen Transformation sehr und glauben, dass wir von den wertvollen Erfahrungen Ihres Landes in diesem Bereich lernen können“, sagte Milatović.

Der Tourismus spielt weiterhin eine immer wichtigere Rolle in den bilateralen Beziehungen. Die Zahl der kasachischen Besucher, die nach Montenegro reisen, ist seit der Einführung von Direktflügen im Jahr 2021 stetig gestiegen.

Staatsbürger Kasachstans können zwischen Mai und Oktober eines jeden Jahres für bis zu 30 Tage visumfrei nach Montenegro einreisen, was den touristischen Austausch zwischen den beiden Ländern weiter fördert.

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