Prozess unterbrochen
Schlachthof-Mitarbeiter sollen Tiere bei Köln gequält haben
22.05.2026 – 13:17 UhrLesedauer: 2 Min.

Die Aufnahmen aus dem Schlachthof in Hürth hatten die Öffentlichkeit erschüttert. Im Prozess stellt sich die Frage, ob sie verwertbar sind.
Im Prozess um Vorwürfe der Tierquälerei gegen vier ehemalige Mitarbeiter eines Schlachthofs in Hürth hat am Freitag der Prozess vor dem Amtsgericht Köln begonnen. Den Beschuldigten, allesamt bulgarische Staatsbürger, wird vorgeworfen, in 37 Fällen, Schafe, Kühe, Rinder, Kälber und eine Ziege teilweise gequält, ihnen unnötig Schmerzen zugefügt und sie grundlos getötet zu haben.
Die Tiere sollen dabei teils nicht ordnungsgemäß betäubt worden sein. Einige sollen bereits in Schlachträume geleitet worden sein, als andere Tiere noch um ihr Leben
kämpften. Aufgeflogen waren sie durch heimlich gemachte Aufnahmen der Tierschutzorganisation Aninova e.V.
Schlachthof in Hürth: Vier Männer sollen Kühe und Schafe gequält haben
Die Anwälte der Beschuldigten stellten einen Antrag auf ein Beweiserhebungs- und Verwertungsverbot. Dabei gehe es nicht nur darum, den Tierschutz infrage zu stellen, die Verfolgung von Verstößen gegen das Tierschutzgesetz sei grundsätzlich richtig und notwendig. Die Aufnahmen im Schlachthof seien allerdings heimlich und rechtswidrig gemacht worden.
„Sollten die Aufnahmen verwertet werden, werden Tür und Tor für Parallelermittlungen, abseits der gesetzlichen Maßnahmen, geöffnet“, sagte Rechtsanwalt Martin Heising. Das Verhalten der Tierschützer sei nicht primär auf die behördliche Aufklärung ausgerichtet gewesen. Stattdessen sei es darum gegangen, die Vorwürfe medienwirksam zu veröffentlichen.
Schlachthof-Prozess: Gericht vertragt Urteil
Das Gericht erklärte, durch den Antrag seien neue Gesichtspunkte offengelegt worden, die im Verfahren bislang nicht berücksichtigt worden waren. Das Verfahren, für das eigentlich nur der heutige Verhandlungstag angesetzt war, wurde nach rund zweieinhalb Stunden unterbrochen. Einen Fortsetzungstermin gibt es bislang nicht.
Einer der Angeklagten hatte bereits im Herbst 2025 auf der Anklagebank gesessen. Der Prozess war allerdings verschoben worden, weil die Anklage nicht in bulgarischer Sprache zur Verfügung gestanden hatte. Aus organisatorischen Gründen wurden nun alle vier Beschuldigten in einem gemeinsamen Prozess angeklagt.
Vorwurf der Tierquälerei: Betreiber verlässt Schlachthof
Die Tierschutzorganisation Aninova e.V. hatte die Aufnahmen, die im Dezember 2022 und Januar 2023 gemacht worden waren, in einem Zusammenschnitt veröffentlicht.
Der Betreiber des Schlachthofs hat mittlerweile gewechselt. Das Verfahren gegen den vorherigen Betreiber wurde wegen nicht hinreichenden Tatverdachts eingestellt.
