„Chaos und Eskalation der Gewalt“

Ministerin droht nach Derby-Eklat mit harten Konsequenzen

26.10.2026 – 14:16 UhrLesedauer: 2 Min.

Fans zünden im Niedersachsenderby Pyrotechnik: Anhänger der Gäste schossen kurz vor Schluss Raketen in die Menge. (Quelle: IMAGO/Darius Simka/imago)

Raketen und Bengalos flogen in Braunschweig aus Hannovers Fanblock in die Ränge. Niedersachsens Innenministerin Behrens hält die bisherigen Sicherheitsmaßnahmen im Fußball für unzureichend.

Niedersachsens Innenministerin Daniela Behrens hat nach den Ausschreitungen beim Fußball-Zweitliga-Derby zwischen Eintracht Braunschweig und Hannover 96 (2:0) mit Konsequenzen gedroht. „Niemand muss nach diesen Vorfällen glauben, dass etwaige zukünftige Derbys in Braunschweig erneut so stattfinden werden wie das Spiel am vergangenen Sonntag“, sagte die SPD-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur.

Bereits vor der Partie hatte Behrens über mögliche Maßnahmen wie personalisierte Tickets, reduzierte Gästefan-Kontingente und Geisterspiele gesprochen, sollte es erneut Randale geben. Nun sagte sie: „Ich bin wahrlich keine Anhängerin der sogenannten Kollektivstrafen, aber wenn die vielbeschworenen Selbstreinigungskräfte der Kurve allen Appellen zum Trotz absolut nicht funktionieren und die Sicherheitsmaßnahmen im Stadion nicht ausreichen, dann sehe ich derzeit auch keine wirksame Alternative.“

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In der Nachspielzeit des Spiels waren aus dem Fanblock von Hannover 96 heraus Raketen und bengalische Feuer in den Zuschauerblock und auf das Spielfeld geschossen worden. Die Feuerwehr musste kleinere Brände löschen. Schiedsrichter Tobias Reichel unterbrach die Partie für zehn Minuten.

„Dieses Spiel war eine absolute Nullnummer“

Behrens nannte die Bilder aus dem Stadion in Braunschweig erschreckend. „Insbesondere ein großer Teil der Ultraszene von Hannover 96 war zu diesem Spiel offensichtlich ausschließlich angereist, um maximales Chaos und eine Eskalation der Gewalt zu provozieren“, sagte sie.

Zwar sei die von der Polizei begleitete An- und Abreise der Fangruppen weitgehend friedlich verlaufen, wenngleich es auch dort Verletzte durch Pyrotechnik gegeben habe. „Mit Blick auf das Thema Sicherheit im Stadion war dieses Spiel jedoch eine absolute Nullnummer“, kritisierte Behrens.

Niedersachsens Innenministerin Daniela Behrens: Die 58-Jährige verurteilte das Verhalten der 96-Fans in Braunschweig. (Quelle: Julian Stratenschulte/dpa/dpa-bilder)

„Der Veranstalter Eintracht Braunschweig konnte nicht für Sicherheit im Stadion sorgen“, so die 58-Jährige. 96-Ultras hätten Pyrotechnik als Waffe gegen friedliche Braunschweig-Fans, Ordner und Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr eingesetzt. „Wir werden ein solches Verhalten niemals tolerieren, weder im Fußballstadion noch sonst irgendwo“, sagte Behrens.

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