„Mike D“ wurde als Teil der Beastie Boys weltbekannt. Nun stellt er seine Solomusik in Berlin vor. Doch er hat auch Songs der berühmten Hip-Hop-Band im Gepäck.
Es ist eine kleine Sensation, die sich am Mittwochabend im Club Säälchen im Berliner Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg abspielt. „Mike D“ (bürgerlich Michael Diamond), ehemaliges Mitglied der legendären Hip-Hop-Band Beastie Boys, springt auf der Bühne umher und rappt wie zu Hochzeiten in den 1990er-Jahren in das Mikrofon.
Besonders ist das, weil er als einer der zwei übrig gebliebenen ehemaligen Mitglieder der Beastie Boys heute nur noch selten musikalisch in Erscheinung tritt.
Die wohl erfolgreichste und einflussreichste Hip-Hop-Band der USA feierte in den 1990er-Jahren riesige Erfolge – löste sich aber 2012 auf. Grund dafür war der Tod von Kollege Adam „MCA“ Yauch im Alter von nur 47 Jahren.
„Mike D“: Erstes Album erscheint am 28. August
Seit dem letzten Album der Beastie Boys, „Hot Sauce Committee Part Two“ aus 2011, hatten weder „Mike D“ noch Adam „Ad-Rock“ Horovitz eine eigene Platte veröffentlicht – bis jetzt: „Mike D“s erstes Soloalbum „Thank You“ wird am 28. August erscheinen. Nun präsentiert der 60-Jährige die Songs in Berlin, nachdem er zuvor einige wenige Shows in den USA und in London gespielt hatte.
Auf der Bühne steht er zusammen mit der Band 5D, zu der auch seine Söhne gehören. Neben ihm tanzen die sechs weiteren Musiker an den Plattenspielern und Gitarren über die Bühne. Im Publikum finden sich für dieses Spektakel vornehmlich viele mittelalte Männer ein. Sie tragen Basecaps und Shirts der Beastie Boys, als wollten sie dem Sound ihrer Band noch einmal so nahe wie möglich sein.
Und sie werden belohnt: „Mike D“ und seine Band bringen die wuchtige Energie der Beastie Boys auf die Bühne, ohne sie komplett nachzuahmen. Das Konzert startet um kurz nach 21 Uhr mit einem Ausschnitt des 13-minütigen Beastie-Boys-Medleys „B-Boy Bouillabaisse“ aus 1989.
Doch es gibt ein Problem: Das Mikrofon funktioniert nicht. „Ich mache das schon so lange, aber immer noch Fehler“, lacht „Mike D“. Dann setzt er erneut an: „Hello Berlin“ (im Original: „Hello Brooklyn“) brüllt „Mike D“ unter tosendem Applaus: „New York Is A Hell Of A Town“. Für einen kurzen Moment werden die Fans 30 Jahre zurückkatapultiert.
Solosongs erinnern teilweise an die Beastie Boys
Weiter geht es mit der Solosingle „What We Got“ von „Mike D“. Von den drei bisher veröffentlichten Songs ist dieser Track für viele langjährige Fans vermutlich derjenige, der am ehesten einer natürlichen Fortsetzung des Sounds der Beastie Boys nahekommt. Ein treibender Groove, verzerrte Gitarren und ein insgesamt eingängiger Sound bringen das „Säälchen“ in Stimmung.
