„Angst frisst Seele auf“
Michael Mendls Krankheitsgeschichte und sein Umgang damit
05.09.2026 – 12:57 UhrLesedauer: 3 Min.
Im Alter von 82 Jahren starb Michael Mendl. Zuvor war der Schauspieler mehrfach an Krebs erkrankt. Zuletzt zeigte er sich mit einem teilweise amputierten Ohr.
Fans, Familie und Schauspielbranche trauern um Michael Mendl. Wie seine Agentin am Samstag mitteilte, ist er „friedlich eingeschlafen“. Wann genau, ist nicht bekannt. Doch noch Mitte April hatte er gut gelaunt auf einem roten Teppich in Berlin posiert. Auch im vergangenen Jahr besuchte er Veranstaltungen, in Interviews zeigte er sich zuversichtlich. Trotz mehrerer Krebserkrankungen ließ sich Mendl nicht die Lust am Leben nehmen. Mit dem Krebs hatte er einen besonderen Umgang gefunden.
Michael Mendl hatte 2007 Speiseröhrenkrebs, 2012 wurde bei ihm Darmkrebs diagnostiziert. Um die Erkrankungen durchstehen zu können, wählte Mendl eine positive Herangehensweise, wie er 2024 im Gespräch mit „Bunte“ erklärte. „Ich habe meinen Krebs geliebt. Er ist Teil meines Körpers gewesen, ich konnte ihn nicht amputieren.“ Den Rat dazu habe ihm seine Tochter gegeben, die bei dem Pharmakonzern AstraZeneca arbeitet. „Sie meinte: ‚Du hast nur eine Chance: Akzeptiere diesen Zustand!‘ Je freundlicher ich also bin, dachte ich, desto eher lässt mich der Krebs in Ruhe.“ Zum Zeitpunkt des Interviews, das im November 2024 veröffentlicht worden war, sei Mendl krebsfrei gewesen.
Im selben Jahr entdeckten Ärzte dann Hautkrebs an seinem rechten Ohr. Aufgrund einer Zellveränderung musste sein Ohr operiert und Teile entfernt werden. „Heute ist alles gut verheilt“, erklärte Mendls Agentin im vergangenen Jahr bezüglich der optischen Veränderung des Schauspielers der „Bild“.
„Ich bin nicht krank, ich habe Krebs“
Mendl blieb weiterhin voller Energie, behielt seine positive Art: „Ich bin nicht krank, ich habe Krebs“, sagte er im Dezember 2025 dem ARD-Magazin „Brisant“. Man müsse lernen, irgendwie mit der Krankheit zu leben, er betonte lachend: „Wenn er bei mir als Untermieter wohnt, kann ich ihn nicht rausschmeißen. Ich kann nur sagen: Du kriegst ein genauso großes Zimmer, wie ich es auch habe.“
Doch der Krebs brachte für Michael Mendl nicht nur äußerlich sichtbare Folgen mit sich, sondern auch körperliche Spätfolgen, wie er „Bunte“ auch sagte: „Ich muss nur mit den Spätfolgen umgehen: nichts Scharfes und kleine Mahlzeiten, da meine Speiseröhre verkürzt ist und mein nur faustgroßer Magen hochgezogen werden musste.“ Laut „Bild“ sagte er in einem Interview: „Die Bestrahlungen haben Nerven geschädigt. Das schmerzt, ist aber zu ertragen. Und die rettende Darm-OP hat mein Leben auch nicht vereinfacht.“
