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You are at:Home»Politik»Merz und Wadephul wollten eine einheitliche Außenpolitik für Deutschland
Politik

Merz und Wadephul wollten eine einheitliche Außenpolitik für Deutschland

wochentlich.deBy wochentlich.de10 Mai 2026Keine Kommentare2 Mins Read
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Merz und Wadephul wollten eine einheitliche Außenpolitik für Deutschland
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Nein, das hatte Merz nicht gesagt. Aber die Worte des deutschen Chefdiplomaten klingen mit Blick auf die US-Verbündeten so viel besser. Auch auf dieser Reise telefonierte Wadephul mit seinem amerikanischen Amtskollegen Marco Rubio. Während ihre Chefs lautstark stritten, bemühten sich ihre Chefdiplomaten um ein konstruktives Arbeitsklima. Zumindest gab sich Wadephuls Delegation im Anschluss des Gesprächs größte Mühe, die Zusammenarbeit positiv zu verkaufen.

Dabei lässt sich durchaus argumentieren, dass ein Kanzler und ein Außenminister unterschiedliche Kommunikationsstile pflegen können. Allerdings Außenpolitik „aus einem Guss“ war das nicht immer.

Vielmehr legte der Kanzler unbewusst immer mal wieder kleinere Störfeuer. Er kämpfte auch außenpolitisch damit, dass jedes seiner Worte großes Gewicht bekommen kann. Wenn Merz gelegentlich sagt, was er denkt, wird es problematisch.

So löste er im November 2025 mit abfälligen Bemerkungen über die brasilianische Stadt Belém nach dem Klimagipfel in Brasilien und Deutschland Empörung aus. Er erzählte, dass niemand der mitreisenden Journalisten gerne in Brasilien geblieben wäre und alle froh waren, zurück nach Deutschland zu kehren. Beim Staatsbesuch in Angola im selben Monat erklärte der Kanzler, dass er ein „ordentliches Stück deutsches Brot“ vermisse.

Die Folge waren keine großen diplomatischen Zerwürfnisse. Aber die Beispiele zeigen: Merz sagt oft, was er denkt. Und für Wadephul, der stets sehr diplomatisch auftreten möchte, kommen derartige Aussagen immer relativ unerwartet von der Seitenlinie. Im Zweifel muss er die kleinen Brände löschen, die der Kanzler gelegt hat, wenn auch versehentlich.

Doch auch der Außenminister blieb nicht immer auf der außenpolitischen Linie der Bundesregierung. So sorgte Wadephul im November 2025 in Syrien für erhebliche Irritationen und Kritik innerhalb der Union. Nach einem Besuch in einer zerstörten Vorstadt von Damaskus äußerte er Zweifel, dass viele syrische Flüchtlinge kurzfristig freiwillig zurückkehren könnten, und bezeichnete die Lage als Orte, an denen „kaum Menschen richtig würdig leben“ könnten. In einer Fraktionssitzung unterstrich er diesen Punkt noch einmal und sagte, dass Syrien „schlimmer aussehe als Deutschland 1945“.

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