Anschlagsversuch in Leipzig

Merz plant wohl Maßnahmenpaket gegen Russland


Aktualisiert am 29.08.2026 – 14:57 UhrLesedauer: 2 Min.

Friedrich Merz (Archivbild): Der Bundeskanzler könnte in der kommenden Woche eine „Zeitenwende 2.0“ ankündigen. (Quelle: IMAGO/ESDES.Pictures, Bernd Elmenthaler/imago)

Von einer „Zeitenwende 2.0“ soll in Berlin die Rede sein. Bundeskanzler Friedrich Merz will wohl umfangreich auf den Anschlagsversuch am Leipziger Flughafen reagieren.

Bundeskanzler Friedrich Merz will nach Informationen von „Welt am Sonntag“ und „Politico“ mit einem umfangreichen Maßnahmenpaket gegen Russland auf den versuchten Drohnen-Anschlag in Leipzig reagieren. Das berichten die zum Springerverlag gehörenden Zeitungen unter Berufung auf drei mit dem Vorgang vertraute Personen.

Es soll sich demnach um eine Kombination direkter Maßnahmen Deutschlands und neuer EU-Sanktionen handeln, die parallel in Brüssel vorbereitet werden. Im Regierungsviertel sei von einer „Zeitenwende 2.0“ die Rede, es reiche nicht mehr aus, einzelne russische Diplomaten auszuweisen oder das russische Haus in Berlin zu schließen, erklärte den Berichten zufolge eine der mit dem Vorgang vertraute Personen. Es brauche härtere Schritte wie intensivierte Sanktionen oder auch weitere und umfangreichere Waffenlieferungen an die Ukraine. Details gaben die Personen nicht preis.

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Ob die Maßnahmen einzelne russische Akteure oder direkt die russische Regierung treffen sollen, sei ebenfalls unklar. Geplante Sanktionen sprechen für Letzteres, so „Welt am Sonntag“. Und auch mit einer scharfen Gegenreaktion werde gerechnet. Man müsse sich auf entsprechende Schritte Moskaus einstellen, zitieren „Welt am Sonntag“ und „Politico“ aus dem Kreis der Personen.

Merz könnte am Dienstag Maßnahmen verkünden

Demnach ist die Verkündung der Maßnahmen parallel zum informellen EU-Außenministertreffen in Irland am Dienstag. Eine frühere Verkündung sei aber möglich. Ein Regierungssprecher wollte die Informationen laut „Welt am Sonntag“ und „Politico“ weder bestätigen noch dementieren. Bereits am Donnerstagabend erklärte Merz, die Urheberschaft „jetzt in den nächsten Tagen abschließend feststellen“ zu wollen und „dann wird es dazu sehr bald auch eine entsprechende Reaktion geben“.

Eine solche Reaktion würde in eine politisch bewegte Zeit fallen. In der vergangenen Woche war CIA-Chef John Ratcliffe in Moskau. Berichten zufolge warnte er Russland vor einem Angriff auf die Nato.

Die Sprengstoff-Drohne auf dem Flughafen Leipzig/Halle war am Abend des 4. August in der Nähe eines ukrainischen Antonow-Frachtflugzeugs gefunden, die auch für Rüstungstransporte eingesetzt wird. Die Bundesanwaltschaft sprach von einem „schwerwiegenden Angriff auf die Transport- und Logistikinfrastruktur in Deutschland“. Bereits wenige Tage nach dem Anschlag berichtete das „Wall Street Journal“, US-Geheimdienste würden Verbindungen zu Russland sehen.

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