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Politik

Merz beklagt hohen Krankenstand in Deutschland

wochentlich.deBy wochentlich.de17 Januar 2026Keine Kommentare2 Mins Read
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Merz beklagt hohen Krankenstand in Deutschland
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Merz zu Krankenstand

„Ist das wirklich notwendig?“

Aktualisiert am 17.01.2026 – 00:07 UhrLesedauer: 3 Min.

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Bundeskanzler Friedrich Merz: Er will den Krankenstand senken. (Quelle: IMAGO/M. Popow/imago)

CDU-Kanzler Friedrich Merz hat sich kritisch zum Krankenstand in Deutschland geäußert. Er fordert ein Ende telefonischer Krankschreibungen.

Bundeskanzler Friedrich Merz hat den Krankenstand in Deutschland als zu hoch bezeichnet. „Das sind fast drei Wochen, in denen die Menschen in Deutschland aus Krankheitsgründen nicht arbeiten. Ist das wirklich richtig? Ist das wirklich notwendig?“, sagte der CDU-Politiker bei einer Wahlkampfveranstaltung in Bad Rappenau. Nach seinen Angaben kommen Beschäftigte im Schnitt auf 14,5 Fehltage im Jahr.

Merz forderte eine Debatte darüber, wie Menschen stärker zur Arbeitsaufnahme motiviert werden könnten. Als Beispiel nannte er die telefonische Krankschreibung, die seit 2021 möglich ist. „Während der Coronazeit begründet richtig, heute immer noch?“, so Merz.

Die Union setzt sich für die Abschaffung der Regelung ein. Laut Merz müsse dazu das Gespräch mit dem Koalitionspartner SPD geführt werden. Ziel sei, „dass wir alle zusammen in dieser Bundesrepublik Deutschland eine höhere volkswirtschaftliche Leistung gemeinsam erreichen, als wir sie gegenwärtig erreichen“.

Die AOK sieht dagegen keinen Zusammenhang zwischen telefonischer Krankschreibung und steigenden Fehlzeiten. Niedergelassene Ärztinnen und Ärzte hätten diese nur in wenigen Fällen genutzt. Die Einführung der elektronischen Krankmeldung könne jedoch laut Kasse zu einer vollständigeren Erfassung der Daten geführt haben.

Auch der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat sich über zu viele Krankentage beklagt. Es werde „zu oft und zu schnell krankgeschrieben in Deutschland“, sagte er am vergangenen Wochenende der „Bild am Sonntag“. „Deswegen wäre es wichtig, dass wir im Gesundheitssystem darüber nachdenken, Karenztage wieder einzuführen, also dass die Lohnfortzahlung erst später stattfindet, dass die Krankschreibepflicht früher stattfinden muss, also zum Beispiel ab dem dritten Tag“, sagte Söder, der auch CSU-Chef ist.

Seine Partei setzt sich ebenfalls für ein Ende der elektronischen Krankschreibung ein. „Diesen Zustand, der unsere Wirtschaft zunehmend belastet, wollen wir beenden“, hieß es zur Begründung in einem Entwurf zur Klausurtagung der CSU-Landesgruppe, aus dem die „Augsburger Allgemeine“ zitierte. Demnach seien die Fehltage seit der Einführung der Regelung um 40 Prozent gestiegen. „Deutschland muss Wettbewerbsfähigkeit zurückgewinnen und darf nicht weiter zurückfallen“, sagte der CSU- Landesgruppenvorsitzende Alexander Hoffmann der Zeitung. Wer krank ist, soll sich künftig wieder in der Arztpraxis vorstellen müssen, um einen Krankenschein zu bekommen.

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