Kreuzfahrtschiff-Kollision
Kapitän ist nicht mehr auf Reederei-Seite zu finden
Aktualisiert am 27.10.2026 – 08:53 UhrLesedauer: 2 Min.
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Während die Polizei gegen den Kapitän der „Mein Schiff 3“ ermittelt, verschwindet dieser auf einmal von der Tui-Webseite. Das Unternehmen erklärt sein Vorgehen.
Nach der Kollision des Kreuzfahrtschiffs „Mein Schiff 3“ mit zwei Frachtschiffen in Bremerhaven ist der Kapitän des Luxusliners, Jan Schubert, vom Internetauftritt der Reederei Tui Cruises verschwunden. Unter „Kapitäne und Crew“ sind insgesamt 16 Kapitäninnen und Kapitäne der neun Kreuzfahrtschiffe umfassenden Flotte aufgelistet – einzig Jan Schubert fehlt.
Eine Sprecherin von Tui Cruises sagte der „Bild“-Zeitung: „In der aktuellen Situation konzentrieren wir unsere Kommunikation bewusst auf die relevanten Informationen zum Vorfall und bündeln diese auf unserer Website. Andere Inhalte haben wir daher vorübergehend ausgeblendet.“
- Mit zwei Frachtern kollidiert: So ramponiert sieht die „Mein Schiff 3“ jetzt aus
Kreuzfahrtschiff-Kapitän wandte sich direkt an die Gäste
Bisher hält sich die Reederei mit Informationen zu dem Vorfall allerdings zurück. In einem knappen Statement auf der Webseite wird lediglich mitgeteilt, dass die Reise auf die Kanaren abgesagt wurde und eine Reparatur des Schiffs in der Werft erforderlich sei. Ob nachfolgende Reisen betroffen seien, könne noch nicht mitgeteilt werden. „Bis dahin bitten wir Sie noch um etwas Geduld und bedanken uns herzlich für Ihr Verständnis“, so Tui Cruises.

Der mit 2.428 Gästen besetzte Luxusliner war am Sonntagabend beim Ablegen in Bremerhaven mit zwei Containerschiffen kollidiert, wie die Polizei mitteilte. Auslöser soll eine kräftige Windböe gewesen sein. Am Montagmorgen wurde die 20-tägige Kanaren-Reise abgesagt.
Kapitän Schubert hatte nach dem Unfall noch versucht, die Gäste zu beruhigen. „Vielen Dank für Ihre Geduld und haben Sie eine gute Nacht, Kuscheln Sie sich ein bisschen ein und genießen Sie die Annehmlichkeiten hier an Bord“, sagte er über die Bordlautsprecher. Inzwischen ermittelt die Polizei routinemäßig gegen den Kapitän, wie eine Polizeisprecherin sagte. Es sei ein Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet worden.
Kapitän „liebt das Navigieren in spektakuläre Häfen“
Der „Bild“-Zeitung zufolge hatte Schubert am 13. September das Kommando auf der „Mein Schiff 3“ übernommen. Laut der inzwischen nicht mehr abrufbaren Seite bei Tui Cruises stammt er aus der Region Fischland-Darß-Zingst an der Ostsee und sammelte bereits als Jugendlicher Erfahrung an Bord – „zunächst als Tellerwäscher auf einer DDR-Staatsyacht, später als Hotelkoch“. Seit 2020 fährt er für „Mein Schiff“.
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Am Tag danach wird der Schaden erst richtig sichtbar. Anstatt Kurs auf die Kanaren zu nehmen, liegt die „Mein Schiff 3“ nach einer Kollision still an einem Kai in Bremerhaven. Auf der Steuerbordseite sind erhebliche Schäden an Rettungsbooten und der Brücke zu erkennen. Das Kreuzfahrtschiff wurde am Sonntag beim Auslaufen von einer Böe erfasst und kollidierte mit zwei Containerschiffen. Die Schäden an den Schiffen befänden sich jeweils mehrere Meter über der Wasserlinie, teilt die Polizei mit. Bei keinem sei es zu einem Wassereinbruch oder Verletzten gekommen. Die „Mein Schiff 3“ wird nun zur Reparatur in eine Werft gebracht. Die 20-tägige Kanarenkreuzfahrt wurde abgesagt. Zum Zeitpunkt der Kollision soll das Schiff nahezu voll besetzt gewesen sein. An Bord können mehr als 2.500 Passagiere beherbergt werden. Dazu kommen mehr als 900 Crewmitglieder. Ob weitere für dieses Jahr geplante Reisen mit der „Mein Schiff 3“ nach der Reparatur stattfinden können, ist bislang unklar.
„Als Kapitän liebt Schubert die Herausforderungen seines Berufs: das präzise Zusammenspiel der Brückencrew, das Navigieren in spektakuläre Häfen und die Begegnungen mit Gästen aus aller Welt“, hieß es in seinem Porträt.