Ernährung im Alter

Mehr Vitamin C, gesünderes Gehirn? Studie zeigt Zusammenhang


26.06.2026 – 07:00 UhrLesedauer: 3 Min.

Eine ausgewogene Kost gilt als wichtiger Baustein für gesundes Altern. (Quelle: ljubaphoto/Thinkstock by Getty-Images-bilder)

Wie lange der Geist im Alter fit bleibt, hängt von vielen Faktoren ab. Eine neue Studie legt nahe, dass Vitamin C etwas damit zu tun haben könnte.

Vitamin C erfüllt im Körper viele Aufgaben. Es hilft unter anderem dabei, Zellen vor schädlichen Sauerstoffverbindungen zu schützen und spielt eine Rolle für das Nervensystem. Frühere Studien hatten bereits Hinweise geliefert, dass Menschen mit einer vitamin- und gemüsereichen Ernährung seltener an Demenz erkranken oder geistig länger fit bleiben. Untersucht wurde dabei jedoch meist die Ernährung insgesamt – häufig auf Basis von Fragebögen. Ob tatsächlich der Vitamin-C-Spiegel im Körper mit der Gehirngesundheit zusammenhängt, ließ sich daraus kaum ableiten.

Forscher aus Japan gingen dieser Frage deshalb mit einer anderen Vorgehensweise nach: Anstatt die Speisepläne älterer Menschen zu analysieren, maßen sie direkt deren Vitamin-C-Spiegel im Blut. Die Befunde sprechen dafür, dass das Vitamin für das Gehirn wichtiger sein könnte als bislang angenommen.

Blutwerte und MRT-Aufnahmen verglichen

Bei der Studie machten 2.044 ältere Frauen und Männer aus Japan mit. Das Durchschnittsalter lag bei 70 Jahren. Alle Teilnehmer beantworteten Fragen zu ihrem Lebensstil, gaben eine Blutprobe ab und erhielten eine hochauflösende Magnetresonanztomografie (MRT) des Gehirns. Die Forscher bestimmten dabei unter anderem das Volumen der grauen und weißen Hirnsubstanz sowie die Struktur wichtiger Hirnnetzwerke, die für Gedächtnis und Denken bedeutsam sind.

Anschließend verglichen sie diese Messwerte mit dem Vitamin-C-Spiegel im Blut der Teilnehmer. Dabei prüften sie, ob Menschen mit höheren Vitamin-C-Werten eine andere Gehirnstruktur aufwiesen als Menschen mit niedrigeren Werten. Um zu verhindern, dass andere Einflüsse das Ergebnis verzerren, berücksichtigten sie außerdem Faktoren wie Alter, Geschlecht, Bildung, Diabetes, Bluthochdruck, erhöhte Blutfette, Rauchen, Alkoholkonsum und körperliche Aktivität.

Mehr Vitamin C ging mit günstigerer Gehirnstruktur einher

Es stellte sich heraus: Teilnehmer mit höheren Vitamin-C-Blutwerten wiesen im Durchschnitt mehr graue Hirnsubstanz auf. Diese Hirnregion enthält den Großteil der Nervenzellen und spielt eine zentrale Rolle für Denken, Erinnern und Informationsverarbeitung. Auch bei der weißen Hirnsubstanz fanden die Forscher einen Zusammenhang. Sie wirkt wie das Leitungsnetz des Gehirns und verbindet seine verschiedenen Bereiche miteinander.

Besonders auffällig waren außerdem Unterschiede im sogenannten Standardnetzwerk des Gehirns. Dieses Netzwerk ist aktiv, wenn Menschen nicht auf eine konkrete Aufgabe konzentriert sind, sondern etwa nachdenken, Erinnerungen abrufen oder Pläne schmieden. Veränderungen in diesem Netzwerk werden unter anderem bei Alzheimer und anderen neurologischen Erkrankungen beobachtet. Laut der Studie scheinen höhere Vitamin-C-Werte mit günstigeren strukturellen Merkmalen dieses Netzwerks verbunden zu sein.

Ergebnisse mit Vorsicht interpretieren

Möglicherweise trägt Vitamin C dazu bei, dass das Gehirn länger gesund bleibt. Die Studie liefert dafür jedoch keinen Beweis. Denn sie zeigt lediglich einen Zusammenhang – keine Ursache. Ob Vitamin C die Gehirnstruktur beeinflusst oder ob beide lediglich Ausdruck eines insgesamt gesünderen Lebensstils sind, bleibt offen.

Hinzu kommen weitere Schwächen der Methodik: Es wurden ausschließlich ältere Japaner untersucht. Ob sich die Ergebnisse auf jüngere Menschen oder andere Bevölkerungsgruppen übertragen lassen, ist unklar. Die Forscher maßen den Vitamin-C-Spiegel der Teilnehmer nur einmal, obwohl er im Alltag schwanken kann. Außerdem wurden weitere Einflussfaktoren wie das gesamte Ernährungsverhalten oder das Körpergewicht nicht vollständig berücksichtigt.

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