Es hat, auch für die Anhänger der beiden Kontrahenten, deswegen etwas von einem epischen Kampf. Ablesbar ist das auch an den Spitznamen, die die beiden Duellanten, oft ironisch vorgetragen, in Kreisen des Landesverbands tragen: der weiße und der schwarze Ritter.

Wäre das Ausschlussverfahren gegen Helferich erfolgreich, würde es nicht nur Helferichs Karriere beenden. Es würde dem völkischen Flügel der AfD zugleich ihren wichtigsten Strippenzieher im Westen nehmen. Gewinnt hingegen Helferich, hätte er in Zukunft freie Fahrt, könnte nach allen Parteiämtern, auch dem Landesvorsitz greifen, und den größten Landesverband der AfD weiter radikalisieren.

Für die Gesamtpartei hat der Ausgang des Verfahrens daher erhebliche Relevanz: Die AfD NRW ist der größte Landesverband der AfD – an Mitgliedern sowie Delegierten. Und die bestimmen das führende Personal sowie das Programm auf Bundesebene.

Parteigericht empfiehlt Vergleich und Ämtersperre

Seit 2024 schleppt sich Helferichs Verfahren durch die Instanzen der parteiinternen Justiz. 2025 schloss ihn das NRW-Landesschiedsgericht bereits aus der Partei aus. Helferich ging dagegen vor und büßte nichts von seiner Macht ein. Im Gegenteil: Vincentz‘ hartes Vorgehen gegen Helferichs Lager brachte diesem weitere Unterstützer ein. Inzwischen ist das Verfahren auf der höchsten Ebene, beim AfD-Bundesschiedsgericht, angekommen.

Am vergangenen Samstag wurde in Dresden verhandelt, Helferich und Vertreter des Landesvorstands traten sich vor drei AfD-Richtern gegenüber. Die Richter fällten zunächst kein Urteil, sondern empfahlen nach Informationen von t-online einen Vergleich zwischen den beiden Parteien: kein Parteiausschluss für Helferich, sondern sechs weitere Monate Ämtersperre. Zuzüglich zu den mehr als zwei Jahren, die er bereits für Parteiämter gesperrt war, während das Verfahren lief.

Landesvorstand NRW: Sieben Mitglieder werden zum Vincentz-Lager gezählt, fünf zum Helferich-Lager. (Quelle: IMAGO/Revierfoto/imago)

Nun ist es am Landesvorstand NRW, den Vergleich anzunehmen oder auszuschlagen. Um diese Entscheidung zu fällen, ist für Dienstag eine Sondersitzung der Parteispitze anberaumt. Doch dass die dem Vergleich zustimmt, ist noch lange nicht ausgemacht: Die Mehrheiten im Landesvorstand sind zwar inzwischen knapp und haben sich zugunsten des Helferich-Lagers geneigt.

Doch noch hält Vincentz eigentlich die Mehrheit im Vorstand. Und sein Lager hat immer wieder bekundet: Es geht in diesem Fall ums Prinzip. Für Menschen wie Helferich, unbelehrbare und destruktive Rechtsextremisten, sei in der AfD, zumindest in der AfD NRW, kein Platz.

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