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Panorama

Matt Damon als Odysseus von Christopher Nolan: Ein Held mit Schattenseiten

wochentlich.deBy wochentlich.de9 Juli 2026Keine Kommentare3 Mins Read
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Matt Damon als Odysseus von Christopher Nolan: Ein Held mit Schattenseiten
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Mutig, clever und gewitzt: Odysseus gilt als strahlender Heroe der Antike. Doch der Sagenheld hatte auch eine überaus düstere Seite. Historiker Raimund Schulz erklärt, wer Odysseus wirklich war.

Zehn Jahre Krieg vor Troja, zehn Jahre Irrfahrt durchs Mittelmeer: Odysseus ist der berühmteste Held aus den Epen des antiken Dichters Homer. Bis heute fasziniert Odysseus die Menschen. Doch als strahlender Held ohne Furcht und Tadel ist Odysseus wenig geeignet, sagt Raimund Schulz, Althistoriker und renommierter Kenner der antiken Welt.

Aus Anlass des Kinostarts von „Die Odyssee“ des Starregisseurs Christopher Nolan erklärt Schulz, Autor des Buches „Odysseus. Mythos und Wahrheit“, warum Odysseus nicht nur ein Held, sondern auch ein Lügner, Räuber und Mörder war.

t-online: Professor Schulz, der antike Dichter Homer verlieh seiner Heldengestalt Odysseus literarische Unsterblichkeit. Aber hat es diesen Odysseus jemals wirklich gegeben?

Raimund Schulz: Niemand kann zweifelsfrei beweisen, dass Odysseus als historische Persönlichkeit existiert hat. Aber umgekehrt kann auch niemand belegen, dass es ihn nicht gegeben hat.

Wir wissen allein aus Homers Epen „Ilias“ und „Odyssee“ von Odysseus und seinen Taten. Die oft auch Untaten waren. Keine antike Chronik, kein Vertragstext aus dieser Zeit kann uns als weiterer und neutraler Beleg für seine Existenz dienen. Das ist ein Grund, weshalb Odysseus meist als literarische, weniger als historische Figur verstanden wird. Tatsächlich gibt es aber ernsthafte Hinweise, dass es einen Odysseus gegeben hat. Auch wenn die Überlieferung seine Geschichte dann auch mehr und mehr ausschmückte.

Zur Person

Raimund Schulz, geboren 1962, lehrt Alte Geschichte an der Universität Bielefeld. Zu seinen Forschungsfeldern gehören Seefahrt, Krieg und Globalgeschichte in der Antike. Schulz ist Autor zahlreicher Bücher, darunter „Welten im Aufbruch. Eine Globalgeschichte der Antike“ (2025). Kürzlich erschien mit „Odysseus. Mythos und Wahrheit“ das aktuelle Buch des Historikers.

Wie kommen Sie zu dieser Ansicht? In Ihrem Buch spüren Sie „Mythos und Wahrheit“ über Odysseus nach.

Die antiken Griechen kannten Geschichten, die in einem komplett erfundenen Universum spielen, überhaupt nicht. Ein „Herr der Ringe“ von J. R. R. Tolkien wäre ihnen fremd erschienen. Angesprochen auf Odysseus würde ein Grieche der Antike antworten, dass es sich um einen bemerkenswerten Mann handelt, der in der Zeit der Helden ungewöhnliche Taten vollbracht hat. Und zwar derart viele, dass sich die Menschen befleißigt fühlten, sich zahlreiche Geschichten über ihn zu erzählen. Bis der Dichter Homer diese Geschichten dann in seinen Epen verarbeitet und verschriftlicht hat.

Der Mann, um den sich diese Geschichten ranken: Wo und wann hat dieser Odysseus wohl gelebt?

Als Historiker halte ich den nordwestgriechischen Raum und das Ende der Bronzezeit für denkbar. An diesem Ort ballen und verdichten sich die Informationen, schon in der „Odyssee“. Homer schildert Odysseus als den König von Ithaka, aber ob es wirklich dort einmal einen berühmten Herrscher gegeben hat, bleibt dennoch offen.

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