„Womöglich das Ende“
Martin Brambach wütend über „Tatort“-Entscheidung
18.05.2026 – 18:08 UhrLesedauer: 2 Min.
Der MDR will drei Jahre lang keine neuen „Tatort“- und „Polizeiruf“-Folgen produzieren. Nun reagiert Martin Brambach öffentlich auf diese Entscheidung.
Bis zu 220 Millionen Euro muss der MDR in den kommenden Jahren einsparen. Ein Teil davon trifft den „Tatort“ aus Dresden und den „Polizeiruf 110“ aus Magdeburg: Drei Jahre lang sollen keine neuen Folgen produziert werden. Nun hat sich Martin Brambach, der im Dresdner „Tatort“ die Hauptrolle spielt, auf Instagram zu Wort gemeldet. Er zeigte zwar Verständnis für den Spardruck, warnte aber vor den Folgen einer mehrjährigen Produktionspause und spricht von einer möglichen „Katastrophe“.
„Wir sind immer noch bestürzt über die Meldung des MDR, den ‚Tatort Dresden‘ und den ‚Polizeiruf Magdeburg‘ in den nächsten drei Jahren nicht mehr finanzieren zu können“, begann der 58-Jährige sein Statement. Martin Brambach spielt seit zehn Jahren die Rolle von Kriminalhauptkommissar Peter Michael Schnabel, drei Jahre später stieß Cornelia Gröschel als Kriminaloberkommissarin Leonie Winkler dazu. Auch sie teilte das Statement auf Instagram.

Der Schauspieler räumte ein, den Druck zu verstehen, unter dem der MDR stehe, und dass gespart werden müsse. Doch er machte deutlich, dass sich Filmproduktionen nicht so einfach unterbrechen ließen wie andere Ausgaben.
Für eine Produktion müssten Autoren gesucht, Drehbücher beauftragt, Motive gemietet sowie Regisseure, Kameraleute und Schauspieler rechtzeitig verpflichtet werden. Wer drei Jahre nicht produziere, riskiere, dass „lang aufgebaute Strukturen kaputt“ gingen. Alle Beteiligten vor und hinter der Kamera müssten sich dann zwangsläufig um andere Projekte bemühen. Laut Produzentenallianz könnten bis zu 1.000 Arbeitsplätze verloren gehen; mehr als 70 Prozent des Produktionsetats fließen demnach direkt in die Region.
„Womöglich das Ende des ‚Tatorts Dresden'“
Besonders schwer wiegt für Brambach die Ungewissheit über die Zeit nach der Pause. Im Moment könne „leider niemand versprechen, dass in drei Jahren genug Geld da ist, um weiterzumachen“. Die Konsequenz wäre seiner Einschätzung nach „womöglich das Ende des ‚Tatorts Dresden‘ und des großartigen ‚Polizeirufs‘ aus Magdeburg“. Er appellierte daran, dass sich die Beteiligten noch einmal mit den Produktionsfirmen zusammensetzen und nach Lösungen suchen sollten.

Brambach verwies auch auf die politische Dimension der Entscheidung: Es wäre „ein äußerst fatales politisches Signal, dass in den quotenstärksten und beliebtesten TV-Reihen im Deutschen Fernsehen der Osten Deutschlands einfach nicht mehr vorkommt“. Der „Tatort“ solle „dezidiert ein gemeinschaftsbildendes Schaufenster der verschiedensten Regionen Deutschlands sein“ – dazu gehörten „unbedingt auch die Menschen und ihre Geschichten in Ostdeutschland“.
