Vögel kehren zurück
Inselparadies meldet erfolgreichen Kampf gegen Rattenplage
06.10.2025 – 14:12 UhrLesedauer: 2 Min.
Die Natur erobert sich ein Inselparadies zurück, nachdem es von einem invasiven Eindringling befreit wurde. Was genau war auf den Marshallinseln geschehen?
Die zu den Marshallinseln gehörenden Eilande Jemo und Bikar melden ein Jahr nach dem Aussetzen von Ködern ein Ende der Rattenplage und eine eindrucksvolle Rückkehr heimischer Tier- und Pflanzenarten. Biologe Paul Jacques, Projektleiter der US-amerikanischen Naturschutzorganisation Island Conservation, sagte dem Sender CNN: „Zurückzukommen und als Erstes einen Teppich aus frischen Setzlingen des heimischen Pisonia-grandis-Baums zu sehen, war für mich ein deutliches Zeichen: Hier hat sich etwas Grundlegendes verändert.“
Und nicht nur das: Jacques meldete nach seinem Besuch auf den unbewohnten Inseln vor gut einer Woche auch, dass sich auf dem Bikar-Atoll erstmals wieder eine Brutkolonie von rund 2.000 Rußseeschwalben angesiedelt hat, die am Boden nisten. Im Jahr 2024 habe es keine einzige gegeben, so der Experte. Auch andere Bodennister wie die Große Seeschwalbe und der Braunnoddi nisten seinen Angaben nach wieder. Außerdem habe er Geckos und Landkrabben gesichtet, die im vergangenen Jahr fehlten. „Arten, die zuvor unauffindbar waren, weil sie durch die Ratten so stark unterdrückt wurden, tauchen plötzlich wieder auf“, so Jacques.
Was genau war auf den Inseln geschehen? Als Jacques die kleinen Inseln 2024 erstmals besuchte, wimmelte es vor Ratten. „Wenn man nachts mit einer Taschenlampe umherging, war es fast beängstigend. Der Waldboden schien sich zu bewegen, so viele Ratten waren da“, erinnert er sich. Die Nager, die vermutlich als blinde Passagiere auf Schiffen eingeschleppt wurden, hatten das ökologische Gleichgewicht zerstört: Sie fraßen Eier, Krabben und junge Meeresschildkröten und verdrängten heimische Arten fast vollständig. In der Folge starb auch der Wald.
Um die Plage zu stoppen, ließ Island Conservation im Juli 2024 Rattenköder per Drohne ausbringen. Pro Hektar wurden rund 25 Kilogramm abgeworfen. Die Köder, die speziell auf Ratten wirkten, wurden in dichten Linien über die Inseln verteilt, um die Wirkung zu gewährleisten. Bereits ein einziger gefressener Köder reichte aus, um ein Tier zu beseitigen, so Jacques.
