Gegenwind für Mariano Rajoy: „Das sind keine ‚Entgleisungen'“

Es ist der nächste Kommentar aus dem Ausland, mit dem die französische Mannschaft zu kämpfen hat. Nach dem WM-Achtelfinale hatte sich die paraguayische Senatorin Celeste Amarilla in den Sozialen Medien rassistisch geäußert, vor allem Offensivstar Kylian Mbappé ins Visier genommen. Mbappé sei ein „kolonisierter Kameruner“, der den harten Franzosen spiele, „voller Minderwertigkeitskomplexe, neureich, arrogant und hässlich“. Er gebe sich als Franzose aus, schrieb sie weiter.

Auch im Fall des viel kritisierten Beitrags von Mariano Rajoy gab es deutlichen Gegenwind aus Frankreich. Aurore Bergé, Beauftragte für die Bekämpfung von Diskriminierung, beklagte „wiederholte rassistische Entgleisungen“. Naïma Moutchou, Ministerin für die Überseegebiete, teilte mit: „Das sind keine ‚Entgleisungen‘. Es ist ein systematischer und verharmloster Hass auf Frankreich und das, was es ist.“ Sie rief den französischen Fußballverband dazu auf, sich juristisch zu wehren.

Rajoy: „Ich mag weder Teufel noch Rote“

Auch die französische Botschaft in Madrid reagierte. „Alle Spieler der französischen Nationalmannschaft sind Franzosen“, hieß es in einer Mitteilung: „Von den 26 Spielern sind 23 in Frankreich geboren. Die drei, die im Ausland geboren wurden, sind ebenfalls Franzosen.“

Mariano Rajoy bei der Vorstellung seines Buches „Die Kunst zu Regieren“ im Dezember 2025. (Quelle: IMAGO/Nacho Valverde )

Der französische Fußballverband (FFF) meinte, Rajoys Kolumne „enthalte unerträgliche rassistische Untertöne“. FFF-Präsident Philippe Diallo schrieb bei X: „Und sie werfen die Frage auf, welches verabscheuungswürdige Klima solche Äußerungen hervorbringt. Unsere Spieler müssen kein Zertifikat über ihre Staatsangehörigkeit von einem ehemaligen spanischen Ministerpräsidenten erhalten. Die französische Nationalmannschaft ist die Mannschaft Frankreichs.“

In Rajoys recht kurzem Text für das Magazin „El Debate“ hatte er zuvor auch noch die belgischen Nationalelf kolumnistisch abgefertigt. Die Belgier hatten am Freitag mit 1:2 gegen Spanien verloren und waren aus der WM ausgeschieden. „Dieser Sieg schmeckt mir umso besser“, schrieb Rajoy in einem Anflug von Revanchismus, „Weil ich mich noch gut erinnere, wie die Belgier uns um das WM-Halbfinale 1986 gegen Maradonas Argentinier gebracht haben. Zum Glück gab es heute die Revanche. Wir haben es ihnen heimgezahlt. Ich freue mich doppelt darüber“.

Doch damit nicht genug. Denn im Anschluss begründete der 71-jährige Politiker der christdemokratischen Volkspartei (Partido Popular) seine Freude nicht etwa nur mit der rein sportlichen Genugtuung, sondern vor allem weltanschaulich: „Erstens, weil ich Spanier bin, und zweitens, weil die belgischen Spieler als ‚Rote Teufel‘ bekannt sind – und ich mag weder Teufel noch Rote“.

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