„Ab diesem Punkt“
Kahn nennt möglichen Grund für Neuer-Comeback zur WM
Aktualisiert am 17.05.2026 – 12:12 UhrLesedauer: 2 Min.
Die Anzeichen auf eine Rückkehr von Manuel Neuer in die deutsche Nationalmannschaft verdichten sich. Oliver Kahn ist kein Freund dieser Idee.
Oliver Kahn hat sich kritisch zu einer möglichen Rückkehr von Manuel Neuer in die Nationalelf geäußert. Der 56-Jährige verwies in der Fernsehsendung „Doppelpass“ auf das hohe Alter des Bayern-Torhüters und daraus resultierende Probleme.
- Wirbel um Neuer: Nagelsmann weicht Fragen um Comeback aus
„Der Körper wird anfälliger, er braucht mehr Zeit, um sich von Belastungen zu holen. Eine Weltmeisterschaft ist eine mentale und körperliche Belastung auf höchstem Niveau“, mahnte Kahn. Aus eigener Erfahrung wisse der frühere Torhüter, dass Topleistungen in dem Alter nur noch „punktuell“ möglich seien. „Es ist ganz schwierig, das im Zwei- oder Drei-Tages-Rhythmus abzurufen“, sagte Kahn, der seine Karriere einst im Alter von 38 Jahren beendet hat. Sollte Neuer also tatsächlich in die Nationalmannschaft zurückkehren, wäre die WM 2026 „eine gewaltige Herausforderung“ für den Bayern-Schlussmann.
Kahn sieht eine problematische Signalwirkung
Ein Comeback würde aller Voraussicht nach bedeuten, dass Oliver Baumann, in der Qualifikation Deutschlands Nummer eins, wieder auf der Bank Platz nehmen müsste. „Baumann hat sich nichts zuschulden kommen lassen und hätte sich Nummer eins verdient“, betonte Kahn. Eine Rückholaktion von Neuer hätte daher auch im negativen Sinne eine Signalwirkung: „Es hat nicht nur eine Ausstrahlung auf Oliver Baumann, sondern auch auf die Mannschaft selbst. Wie glaubwürdig sind Aussagen des Bundestrainers, wenn sie in Zukunft kommen?“ Eine solche Entscheidung hätte Julian Nagelsmann demnach „viel früher“ fällen müssen.
In Anbetracht der Verletzungshistorie von Neuer öffnete Kahn zudem ein denkbares Szenario: Neuer kehrt ins DFB-Team zurück, fällt dann aber wieder verletzt aus. „Was machst du dann mit Baumann, damit er selbstbewusst im Tor steht? Na viel Spaß“, so der 86-fache Nationaltorhüter.
Kahn hat jedoch auch eine Erklärung, warum Nagelsmann in der Torwartfrage umschwenken könnte. Als Nummer 1 sei der Druck auf Baumann automatisch größer geworden, „und ab diesem Punkt waren die Leistungen nicht mehr ganz so solide und konstant wie vor der Situation. Das hat dazu geführt – parallel mit den Neuer-Leistungen in der Champions League – dass sich Julian Nagelsmann wahrscheinlich seine Gedanken gemacht hat.“
Sowohl Neuer als auch Julian Nagelsmann vermieden am Samstag klare Aussagen zu den Gerüchten um eine angebliche Rückkehr des Bayern-Keepers in die Nationalmannschaft. Baumann wiederum betonte nach dem letzten Bundesliga-Spiel, dass er sich weiterhin als Deutschlands Nummer eins sieht: „Ich habe keine andere Info. Somit ist das mein Stand.“
