Rettung auf 2.500 Metern
17-Jährige allein auf Zugspitze gelassen
05.11.2026 – 13:26 UhrLesedauer: 2 Min.
Ein 21-Jähriger steigt allein von der Zugspitze ab, seine 17-jährige Begleiterin bleibt im Schnee zurück. Nach ihrer Rettung drohen dem jungen Mann Konsequenzen.
Ein 21-Jähriger soll seine 17 Jahre alte Begleiterin bei Schnee und schlechtem Wetter auf die Zugspitze zurückgelassen haben. Die Jugendliche musste von Deutschlands höchstem Berg per Hubschrauber gerettet werden. Wie unter anderem die „Tiroler Tageszeitung“ berichtet, ermittelt die österreichische Polizei nun gegen den jungen Mann.
Die beiden Deutschen waren am 1. November von Ehrwald in Tirol aus zu einer Bergtour aufgebrochen. Auf rund 2.500 Metern Höhe kamen sie wegen winterlicher Bedingungen nicht weiter. Medienberichten zufolge lag der Schnee teilweise kniehoch. Während sich der 21-Jährige aus Bayern allein auf den Rückweg ins Tal machte, blieb seine Begleiterin aus Baden-Württemberg am Berg zurück. Die 17-Jährige setzte einen Notruf ab.
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Zunächst war eine Rettung per Hubschrauber wegen des schlechten Wetters nicht möglich. Sieben Bergretter machten sich deshalb von der Bergstation der Zugspitzbahn aus auf den Weg zu der Jugendlichen. Schließlich konnte ein Polizeihubschrauber sie doch noch in Sicherheit bringen. Sie blieb unverletzt, wurde aber unterkühlt in das Klinikum Garmisch-Partenkirchen gebracht.
Auf der Zugspitze zurückgelassen: Polizei ermittelt
Wie die Tiroler Polizei der Deutschen Presse-Agentur mitteilte, wird wegen des Verdachts der Gefährdung der körperlichen Sicherheit gegen den 21-Jährigen ermittelt. Nach Abschluss der Ermittlungen soll die Staatsanwaltschaft entscheiden, ob eine Straftat vorliegt, berichtete die „Tiroler Tageszeitung“.
Auch bei den Kosten der Bergrettung könnte es Ärger geben. Zwar sind beide Deutschen über den Deutschen Alpenverein (DAV) versichert, bei grober Fahrlässigkeit könnte der Versicherungsschutz jedoch entfallen. Ob das hier zutrifft, müsse die Versicherung entscheiden, sagte DAV-Sprecher Julian Rohn der „Tiroler Tageszeitung“.
Der Österreichische Alpenverein sieht eine solche Einstufung laut Bericht kritisch. Erschöpfte Begleiter dürfe man grundsätzlich nicht allein lassen, erklärte Generalsekretär Clemens Matt der Zeitung. Allerdings müsse jeder Fall einzeln beurteilt werden.