In Duisburg

37-Jähriger stirbt nach Fesselung – Ermittlungen gegen sechs Polizisten

23.07.2026 – 16:59 UhrLesedauer: 1 Min.

Ein Polizeiauto aus Nordrhein-Westfalen (Symbolbild): Gegen sechs Beamte wird nach einem Einsatz mit Todesfolge ermittelt. (Quelle: Friso Gentsch/dpa/dpa-bilder)

Ein Mann ist nach einem Polizeieinsatz in einer Wohnung gestorben. Die Behörden prüfen nun einen möglichen Zusammenhang mit der Fixierung.

In Duisburg ist ein 37-Jähriger nach einem Polizeieinsatz gestorben. Die Staatsanwaltschaft Duisburg und das Polizeipräsidium Düsseldorf ermitteln gegen mehrere Einsatzkräfte, wie die Behörden am Donnerstag gemeinsam mitteilten.

Einsatzkräfte rückten in der Nacht auf Sonntag, den 19. Juli 2026, in die Essenberger Straße aus. Anwohner hatten Schreie aus einer Wohnung gemeldet. Der 37-Jährige habe sich im Badezimmer eingeschlossen und lautstark geschrien, wie Staatsanwaltschaft und Polizei gemeinsam mitteilten. Er habe Mobiliar beschädigt und nicht auf die Ansprache der Beamten reagiert.

Die Polizisten verschafften sich Zutritt und legten dem Mann Hand- und Fußfesseln an. Während des Einsatzes verlor er das Bewusstsein. Die Rettungskräfte reanimierten ihn. Nach zunächst erfolgreicher Wiederbelebung kam er in ein Krankenhaus, wo er wenig später starb.

Obduktion: Sauerstoffmangel war Todesursache

Die Rechtsmedizin Duisburg obduzierte den Leichnam am Montag, den 20. Juli 2026. Nach vorläufigem Obduktionsergebnis sei von einer todesursächlichen Hypoxie auszugehen – also Sauerstoffmangel. Zudem bestünden Anhaltspunkte für eine Intoxikation. Weitere Gutachten stehen noch aus.

Da ein Zusammenhang mit der Fesselung in Bauchlage nicht ausgeschlossen werden könne, ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der Körperverletzung mit Todesfolge. Beschuldigt sind sechs Polizeibeamte. Gegen zwei Rettungsdienstmitarbeiter wird wegen des Verdachts der Körperverletzung mit Todesfolge durch Unterlassen ermittelt.

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