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Männer sollen Teenager zur Prostitution gezwungen haben

wochentlich.deBy wochentlich.de6 Oktober 2026Keine Kommentare3 Mins Read
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Prozess in Düsseldorf

Männer sollen Teenager zur Prostitution gezwungen haben

06.10.2026 – 19:17 UhrLesedauer: 2 Min.

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Das Landgericht in Düsseldorf (Symbolbild): Der Prozess um Zwangsprostitution gegen zwei Männer hat begonnen. (Quelle: Oliver Berg/dpa/dpa-bilder)

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Zwei Männer sollen schwule Teenager auf Partys gelockt und älteren Freiern angeboten haben. Nun müssen sie sich in Düsseldorf vor Gericht verantworten.

Vor dem Landgericht Düsseldorf hat am Dienstag der Prozess gegen zwei Männer begonnen, die in den Jahren 2020 und 2022 minderjährige Jugendliche zur Prostitution gezwungen haben sollen. Die Anklage wirft den heute 25- und 30-Jährigen unter anderem Vergewaltigung, Zuhälterei, Menschenhandel und Zwangsprostitution vor.

Weil der jüngere der beiden Angeklagten zur Tatzeit noch Heranwachsender war, verhandelt eine Jugendstrafkammer den Fall. Die Männer stammen vom Bodensee und aus der Schweiz. Während der Anklageverlesung folgten sie den Ausführungen aufmerksam, blickten aber kein einziges Mal in den Zuschauerraum.

Opfer wurden zur Prostitution überredet

Zu den Tatzeitpunkten sind die mutmaßlichen Opfer laut der Anklage zwischen 15 und 17 Jahre alt gewesen. Die damals 19- und 24-jährigen Männer sollen über soziale Medien Kontakt zu Minderjährigen aufgenommen und sie in ihr gemeinsames Düsseldorfer Appartement zu Partys eingeladen haben. Dabei sollen die Beschuldigten gezielt nach jung aussehenden, blonden, zierlichen schwulen Jungen gesucht haben.

In der Wohnung sind die Jugendlichen der Anklage zufolge mit Versprechungen über Luxus, vermeintliche Liebe oder eine dauerhafte Unterkunft angelockt worden. Auf den Partys haben die Angeklagten sie mit Alkohol und Drogen gefügig gemacht und entweder selbst vergewaltigt oder älteren Freiern zugeführt.

Ein 17-Jähriger ist laut Anklage dazu überredet worden, seinen „Lebensunterhalt mittels Prostitution im Bereich Escort zu verdienen“. Auch eine 17-jährige Jugendliche habe der jüngere Angeklagte gedrängt, sich auf diese Weise ihre Miete zu verdienen. Die Anklage geht davon aus, dass die jungen Opfer anschließend auf einschlägigen Online-Portalen Freiern angeboten worden sind.

Zum Prozessauftakt machte lediglich der jüngere Angeklagte Angaben zu seinem Werdegang. Der 30-jährige Hauptangeklagte schwieg zunächst, sein Verteidiger kündigte jedoch an, dass er sich am nächsten Verhandlungstag äußern werde. Der 25-Jährige berichtete, er sei schon früh in der Schule gehänselt worden: „Weil ich dünn war und entdeckt hatte, dass ich auf Jungs stehe.“

Prozess nun unter Ausschluss der Öffentlichkeit

Auf Antrag der Verteidigung schloss das Gericht die Öffentlichkeit aus Jugendschutzgründen für den restlichen Prozess aus. Am Morgen des Prozessauftakts gaben beide Männer an, verlobt zu sein, vermutlich miteinander, wie es aus dem Prozessumfeld hieß. Dadurch müssten sie nicht gegeneinander aussagen.

Nach mehreren Anzeigen waren die beiden Männer bereits Anfang Juli 2022 in Düsseldorf festgenommen worden, kamen jedoch unter Auflagen wieder frei. Danach war der heute 30-Jährige nach Gerichtsangaben untergetaucht und mit internationalem Haftbefehl gesucht worden, bis er Ende August verhaftet werden konnte.

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