
Rund 72 Prozent der Befragten sagten, die Intervention sei ungerechtfertigt, allerdings gehen die Meinungen darüber auseinander, wie Bundeskanzler Friedrich Merz und Brüssel reagieren sollten.
Die Umfrage stellte die Deutschen vor eine konkrete Wahl: „eher zurückhaltend zu sein, um Donald Trump nicht zu provozieren“ oder „sich klar gegen US-Maßnahmen auszusprechen, auch wenn es den Präsidenten verärgern könnte“. Unterdessen befürworteten 39 Prozent eine Zurückhaltung und verwiesen auf die Komplexität der Situation und die Notwendigkeit zur Vorsicht, während die Hälfte eine entschiedenere Haltung befürwortete, selbst auf die Gefahr hin, Washington zu verärgern.
Doch der transatlantische Bruch geht über Venezuela hinaus. Trumps erneutes Interesse an der Eroberung Grönlands, die Androhung von Zöllen gegen europäische Exporte und seine ambivalente Haltung zur Unterstützung der Ukraine haben die Beunruhigung in Deutschland verstärkt und das Gefühl verstärkt, dass die US-Politik weniger vom Bündnismanagement als vielmehr vom Impuls des Präsidenten bestimmt wird.
Diese Botschaft fand großen Anklang, als Trump kürzlich auf Truth Social die Frage stellte, ob die NATO Washington zu Hilfe kommen würde, wenn die USA in Not wären.
Von einem Führer, der Bündnisse wiederholt als transaktional bezeichnet hat, traf diese Bemerkung einen Kerngrundsatz der deutschen Außenpolitik der Nachkriegszeit.
Dass sich dieser Wandel unter Merz vollzieht – einem selbsternannten Transatlantiker und ehemaligen Leiter der Atlantik-Brücke, einem privaten Netzwerk, das politische, geschäftliche und kulturelle Beziehungen zwischen Deutschland und den USA pflegt – unterstreicht, wie sehr sich die Beziehungen verschlechtert haben.








