Hongqi kommt zurück

Chinesische Luxusmarke plant Neustart

Aktualisiert am 01.11.2026 – 08:18 UhrLesedauer: 2 Min.

Nun mit Verbrenner: Mit dem HS5 und dem kleineren Schwestermodell HS3 wagt Hongqi seinen zweiten Anlauf. (Quelle: Hongqi Deutschland)

Kaum jemand wird es bemerkt haben, doch bereits 2024 hat die Luxusmarke Hongqi den Sprung nach Deutschland gewagt. Das Vorhaben scheiterte. Jetzt folgt ein Neustart.

Die chinesische Marke Hongqi unternimmt einen zweiten Anlauf, auf dem deutschen Automarkt Fuß zu fassen. Der erste Versuch mit dem schwedischen Importeur Hedin Automotive scheiterte 2024. Nun soll AEC Automotive Systems, ein bislang auf den Import von GM-Fahrzeugen spezialisierter Händler aus München, den Vertrieb organisieren. AEC kümmert sich um Einfuhr, Homologation, Logistik sowie das Händler- und Servicenetz. Für den Neustart sind zunächst zwei SUV mit konventionellem Benzinantrieb vorgesehen.

Anders als viele Newcomer aus Fernost ist Hongqi ein Hersteller mit langer Tradition. Die 1958 gegründete Marke gehört zum staatlichen FAW-Konzern. Ihr Name steht in China seit Jahrzehnten für automobile Oberklasse und Luxus. Ursprünglich fertigte Hongqi, übersetzt „Rote Fahne“, repräsentative Staatskarossen. Seit den 10er-Jahren werden auch Modelle für Privatkunden angeboten.

Den Auftakt in Deutschland machte 2025 das mehr als fünf Meter lange und rund 80.000 Euro teure Elektro-Luxus-SUV E-HS9. Doch das Interesse blieb auf Händler- wie Kundenseite gering. Im Frühjahr 2026 endete die Kooperation mit Hedin für den deutschen Markt. Zwischenzeitlich kündigte Hongqi an, den Vertrieb in Eigenregie übernehmen zu wollen.

Nun soll AEC den Weg für einen Neustart mit den 4,66 bzw. 4,79 Meter langen Modellen HS3 und HS5 ebnen. Beide SUV verfügen über einen 2,0-Liter-Turbobenziner mit 185 kW/252 PS und Allradantrieb. Batterieelektrische Modelle und Plug-in-Hybride sollen das Angebot später ergänzen.

Der Marktstart wird derzeit vorbereitet. Parallel sucht das Unternehmen Vertriebs- und Servicepartner vornehmlich in deutschen Metropolen. Preise, Bestellstart und Auslieferungsbeginn stehen noch nicht fest.

Dass Hongqi erneut auf einen externen Importeur setzt, dürfte vor allem wirtschaftliche Gründe haben. Ein solcher Partner ermöglicht einen vergleichsweise schnellen und kostengünstigen Markteintritt, ohne dass der Hersteller sofort eine eigene Vertriebsorganisation aufbauen muss. Allerdings gibt Hongqi damit auch einen Teil der Kontrolle über den Markenaufbau aus der Hand. Ob der zweite Anlauf erfolgreicher wird, dürfte nicht zuletzt davon abhängen, wie schnell ein tragfähiges Händler- und Servicenetz entsteht.

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