Stärkere Symptome
Warum Schlafapnoe-Patienten in der Stadt besonders gefährdet sind
29.09.2025 – 13:56 UhrLesedauer: 2 Min.
Schlafapnoe ist eine verbreitete Krankheit. Alter, Geschlecht und Gewicht sind entscheidende Risikofaktoren. Aber auch der Wohnort könnte eine Rolle spielen.
Nun haben Forscher aus Italien herausgefunden, dass Menschen mit Schlafapnoe unter schlimmeren Symptomen leiden, wenn sie in Gebieten mit höherer Luftverschmutzung leben. Die Studie wurde kürzlich auf dem Kongress der European Respiratory Society (ERS) in Amsterdam vorgestellt.
Martino Pengo, Arzt und Professor an der Universität Mailand-Bicocca, erklärte dem Kongress: „Wir wissen, dass obstruktive Schlafapnoe häufiger bei älteren oder übergewichtigen Menschen auftritt, aber es gibt wachsende Bedenken, dass auch Luftverschmutzung den Zustand verschlimmern könnte.“
Für die Studie wertete das Team von der Universität Mailand Daten von mehr als 19.000 Patienten aus 25 Städten in 14 Ländern aus. Die Forscher verglichen den Schweregrad der Erkrankung mit den durchschnittlichen Werten von Feinstaubpartikeln (PM10) in den Wohnorten. PM10 bezeichnet Partikel mit einem Durchmesser von weniger als 10 Mikrometern. Sie entstehen unter anderem durch Industrie- und Autoabgase sowie Abrieb von Reifen und können beim Menschen in die Nasenhöhle eindringen.
Das Ergebnis: Schon kleine Unterschiede in der Luftqualität machten sich im Schweregrad der Schlafapnoe bemerkbar. In Regionen mit höherer Belastung litten Betroffene während des Schlafs an deutlich häufigeren und schwereren Atemaussetzern.
Besonders stark zeigte sich der Zusammenhang in Städten wie Paris, Lissabon und Athen. In anderen Regionen fiel er schwächer aus oder fehlte ganz. Gründe dafür könnten Unterschiede im Klima, in der Art der Luftverschmutzung oder in den Gesundheitssystemen sein.
Wie genau Feinstaubpartikel eine Schlafapnoe verschlimmern, ist bisher nicht abschließend bestätigt. Es wird vermutet, dass sie die Atemwege direkt reizen oder Ödeme verursachen und dadurch die Atemwege verengen. Weitere Studien sollen hier Klarheit bringen. Zudem wollen die Forscher prüfen, ob sich die Symptome der Krankheit verbessern, wenn die Luftqualität steigt.
