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Lüneburg sackt ab – Das steckt dahinter

wochentlich.deBy wochentlich.de14 Juni 2026Keine Kommentare3 Mins Read
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Lüneburg sackt ab – Das steckt dahinter
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Der Fluch des „weißen Goldes“

Diese Fachwerk-Perle versinkt – und niemand kann es stoppen


14.06.2026 – 12:17 UhrLesedauer: 2 Min.

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Stintmarkt in Lüneburg (Archivfoto): Die Hansestadt bei Hamburg geht allmählich unter – das hat Folgen. (Quelle: IMAGO/Zoonar.com/Rüdiger Damke/imago)

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Früher brachte das „weiße Gold“ Reichtum und Wohlstand, heute wird es immer mehr zum Problem. Warum dieses Fachwerk-Kleinod nahe Hamburg immer tiefer rutscht.

Wer durch die Altstadt von Lüneburg spaziert, bemerkt es oft erst auf den zweiten Blick. Türen hängen schief in den Rahmen, Fachwerkhäuser neigen sich zur Seite, Straßen verlaufen plötzlich bergab. Tatsächlich bewegt sich der Boden unter Teilen der Hansestadt bis heute – und zwar deutlich.

In einigen Bereichen des sogenannten Senkungsgebiets sackt der Untergrund jedes Jahr um mehrere Zentimeter ab. An besonders betroffenen Stellen wurden in der Vergangenheit sogar jährliche Absenkungen von bis zu 17 Zentimetern gemessen. Noch heute gehört Lüneburg zu den wenigen Städten Deutschlands, in denen sich die Folgen eines jahrhundertealten Rohstoffabbaus so deutlich zeigen.

„Weißes Gold“ brachte Reichtum – Stadt zahlt jetzt den Preis

Der Grund liegt tief unter der Altstadt. Lüneburg verdankte seinen Reichtum einst dem Salz. Über Jahrhunderte wurde Sole aus dem Untergrund gefördert und zu Salz verarbeitet. Das „weiße Gold“ machte die Stadt zu einer der wohlhabendsten Hansestädte Norddeutschlands. Doch der wirtschaftliche Erfolg hatte einen Preis.

imago 91839388Vergrößern des Bildes
Straße „Auf dem Meere“ in Lüneburg (Archivfoto): Deutlich zu erkennen sind die schiefen Fachwerkhäuser. (Quelle: imago)

Durch das Abpumpen der salzhaltigen Sole entstanden unterirdische Hohlräume. Diese verändern sich bis heute. Gestein rutscht nach, der Untergrund verdichtet sich – und an der Oberfläche senkt sich der Boden langsam ab. Das Phänomen betrifft vor allem den Bereich zwischen dem Deutschen Salzmuseum und dem Kalkberg. Dort befindet sich das sogenannte Senkungsgebiet.

Die Karte zeigt das Senkungsegbiet: Es misst etwa 1,8 Hektar, was rund 25 Fußballfeldern entspricht.Vergrößern des Bildes
Die Karte zeigt das Senkungsegbiet: Es misst etwa 1,8 Hektar, was rund 25 Fußballfeldern entspricht. (Quelle: Hansestadt Lüneburg)

Die Folgen sind in der Altstadt unübersehbar. Historische Häuser weisen Risse auf, manche stehen sichtbar schief. Einige Gebäude mussten bereits aufgegeben oder sogar abgerissen werden. Anwohner sicherten Häuser mit Stahlträgern und Betonankern. Besonders eindrucksvoll zeigt sich die Entwicklung in der Straße „Auf dem Meere“, wo frühere Eingänge heute deutlich tiefer liegen als noch vor Jahrzehnten.

Hunderte Messpunkte überwachen Absenkung

Auch bedeutende Bauwerke blieben nicht verschont. In der Michaeliskirche sind die Auswirkungen bis heute sichtbar. Schiefe Säulen und Verformungen im Bauwerk erinnern daran, dass sich der Untergrund weiter bewegt.

Das eiserne Tor an der Frommestraße: Es wird auch "Tor zur Unterwelt" genannt und zeigt deutlich die Verschiebung des Erdreich – Diebe stahlen es 2016.Vergrößern des Bildes
Das eiserne Tor an der Frommestraße: Es wird auch „Tor zur Unterwelt“ genannt und zeigt deutlich die Verschiebung des Erdreichs. Diebe stahlen es 2016. (Quelle: Hansestadt Lüneburg)
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