Kölner Karneval
Sebus wird 101 und kritisiert Köln als „zu lahm und zu dreckig“
03.09.2026 – 04:13 UhrLesedauer: 2 Min.
Der Sänger und Komponist feiert am Samstag mit rund 120 Gästen – und findet dabei deutliche Worte über seine Stadt. Ein versprochenes Denkmal wartet er seit sechs Jahren vergeblich.
Ludwig Sebus wird am Samstag (5. September) 101 Jahre alt – und nutzt den Anlass für scharfe Kritik an Köln. Die Stadt sei „zu lahm und zu dreckig geworden“, sagte der Sänger und Komponist dem Kölner „Express“. Schnell gehe hier nur eines: Verbote und Ablehnungen.
Besonders das neue Eintrittssystem für den Kölner Dom stört ihn. „Wie man das jetzt in Köln regelt, mit dem Preis und dem Ticket-System zum Eintritt, ist schockierend und Blödsinn“, sagte Sebus. Auch den Umgang mit Suchtkranken kritisierte er: Man wolle sie „wie in ein Ghetto verbannen“.
Ludwig Sebus wird 101: Gesellschaft lässt ihn aufleben
Gefeiert wird trotzdem. Sebus erwartet rund 120 Gäste, darunter enge Freunde und Weggefährten. Auch Oberbürgermeister Torsten Burmester hat sich angekündigt. Von ihm zeigte sich Sebus angetan – er sehe die Probleme der Stadt und sei Realist.

Körperlich schleppt der 101-Jährige einiges mit: Krämpfe, Arthrose, Hautkrebs, nachlassende Seh- und Hörleistung. Trotzdem war er in der vergangenen Karnevalssession auf rund 150 Terminen. Gesellschaft, sagt er, lasse ihn aufleben, auch wenn er im vergangenen Jahr aufgrund einer Krankheit den Sessions-Auftakt am 11.11. verpasste.
Ludwig Sebus wartet seit Jahren auf versprochenen Brunnen
Einen Wunsch hat Sebus seit Jahren offen. Bereits zum 95. Geburtstag war ihm ein Brunnen am Deutzer Rheinufer in Aussicht gestellt worden – passiert ist seitdem nichts. Er würde die Einweihung gern noch zu Lebzeiten erleben.
Am Tag seines Geburtstags zeigt das WDR-Fernsehen die 90-minütige Dokumentation „Ludwig Sebus – Ein Jahrhundert Mensch“. Der Film von Christoph Simon folgt Sebus bei einer Spurensuche durch sein Leben, von der Jugend im Belgischen Viertel bis zur Zeit im Kölner Karneval. Auch der Zweite Weltkrieg ist Teil der Rückblicke.
Ein neues Lied schließt er nicht aus. „Ich könnte mir das vorstellen, noch mal ein Lied aufzunehmen. Ich bin ja noch jung genug“, sagte Sebus – und brach in schallendes Gelächter aus.