DDR-Kultlokal wieder offen
So sieht es in der neuen Mokka-Milch-Eisbar aus
28.05.2026 – 04:34 UhrLesedauer: 3 Min.
In der DDR war die Mokka-Milch-Eisbar auf der Karl-Marx-Allee Kult. Jetzt hat sie wieder geöffnet: mit neuem Konzept, neuen Betreibern und einer neuen Einrichtung.
Alle paar Minuten späht jemand durch die großen Glasfenster des gelb-blauen Gebäudes neben dem Kino International auf der Berliner Karl-Marx-Allee. Es sind Anwohner, die einen Blick auf die Einrichtung des Mokka*Milch erhaschen wollen. Dieser Mittwochabend ist ein besonderer Abend. Denn nach vielen Jahren Leerstand und einer umfassenden Sanierung hat das Lokal, das zu DDR-Zeiten eine echte Legende war, wieder geöffnet.
Die Mokka-Milch-Eisbar war in der DDR ein beliebter Treffpunkt für junge Menschen. Hier wurde Eis gegessen, geplaudert und geflirtet. „Ich habe hier meine Frau kennengelernt“, erzählt ein Passant. „Mittlerweile sind wir 55 Jahre verheiratet.“

Cafébetrieb läuft schon, Restaurantbetrieb folgt noch
So wie er haben viele Berliner gute Erinnerungen an die Mokka-Milch-Eisbar und sind froh, dass das Lokal nun wieder offen ist. Einige ältere Damen nehmen gleich mal auf den Stühlen auf der Terrasse Platz. „Schon mal ausprobieren“, sagen sie. Ab dem heutigen Donnerstag gibt es für sie dann auch Kaffee und Eis, denn dann geht es mit dem Cafébetrieb richtig los. Bis man im Restaurant essen kann, dauert es aber noch etwa zwei Wochen.
Der Innenraum des neuen Mokka*Milch wirkt luftig, hell und gemütlich. Die Möbel sind im 60er-Jahre-Stil gehalten, passend zur Architektur des denkmalgeschützten Gebäudes. Es gibt kleine Nierentische, Polstersessel und Schränke im Stil der 60er – allerdings nicht alt, sondern neu. Original aus den 60ern sind die grünen Fliesen im Innenraum, das Geländer der Galerie und Teile des Terrazzo-Bodens.
Mokka*Milch: „Wohlfühlküche“ mit mediterraner Ausrichtung
Natacha Neumann, die das Mokka*Milch gemeinsam mit ihrem Mann Alexander betreibt, sagt, es solle sich „kuschelig“ anfühlen, man habe einen Wohlfühlort schaffen wollen. „Wir wollten dem Look der 60er treu bleiben, aber auch etwas Neues reinbringen“.
Unten im Lokal gibt es einen Cafébereich, eine Bar und Platz für Esstische, wenn der Restaurantbetrieb startet. Rund 90 Plätze werde es im Restaurant geben, sagt Alexander Neumann. Und er verrät auch schon, was Gäste auf der Speisekarte erwarten dürfen: Die Gerichte sollen „nicht zu aufwendig“ sein. „Eine Wohlfühlküche“, sagt er, mit „eher mediterraner Ausrichtung“.
