Monatliche Rente

Wie sinnvoll ist eine Versicherung gegen Berufsunfähigkeit?


Aktualisiert am 13.05.2026 – 10:47 UhrLesedauer: 6 Min.

Eine Frau arbeitet von zu Hause (Symbolbild): Wer eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen will, sollte das möglichst früh tun.

Eine Frau arbeitet von zu Hause (Symbolbild): Wer eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen will, sollte das möglichst früh tun. (Quelle: Christin Klose/dpa-tmn)

Wer seinen Job nicht mehr ausüben kann, gerät schnell in Existenznot. Schutz bietet eine Berufsunfähigkeitsversicherung. Doch es gibt ein Problem.

Es ist ein Szenario, das sich niemand gerne vorstellt: Sie erkranken schwer, haben einen Unfall oder sind so sehr am Ende ihrer Kräfte, dass Sie Ihrem Beruf nicht länger nachgehen können. Die Folge: gravierend weniger Einkommen. Womöglich ist sogar Ihre Existenz in Gefahr.

Dieses Risiko abzusichern, ist Aufgabe der Berufsunfähigkeitsversicherung. Wir erklären, wie sie funktioniert, für wen sie sich lohnt und was berufsunfähig von arbeitsunfähig unterscheidet.

Wie funktioniert eine Berufsunfähigkeitsversicherung?

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung, kurz BU, springt ein, wenn Sie aus gesundheitlichen Gründen Ihren Beruf zu mindestens 50 Prozent langfristig nicht mehr ausüben können. Sie ersetzt dann den Ausfall des Einkommens, indem Sie eine vereinbarte Monatsrente erhalten. Anders gesagt: Eine BU sichert Ihren Lebensunterhalt, wenn Sie Ihre Arbeitskraft einbüßen.

Häufig werden die Begriffe Berufsunfähigkeit und Arbeitsunfähigkeit synonym verwendet. Dabei gibt es einen wichtigen Unterschied: Wer arbeitsunfähig ist, kann in der Regel nach einiger Zeit wieder in seinen Job zurückkehren, es handelt sich nicht um einen Dauerzustand. Mehr zum Unterschied zwischen arbeits- und berufsunfähig lesen Sie hier.

Erst wenn Sie gesundheitlich so stark beeinträchtigt sind, dass eine Behandlung Ihren Zustand nicht ausreichend verbessern würde, um zurückzukehren, gelten Sie als berufsunfähig. Und erst dann erhalten Sie auch die Rente aus der Versicherung. Eine Entscheidung darüber fällt Ihre Versicherung anhand verschiedener Unterlagen – etwa Arztberichten und einer Tätigkeitsbeschreibung.

Gut zu wissen

Wenn Ihre Versicherung einmal entschieden hat, dass sie berufsunfähig sind, bedeutet das nicht, dass das für immer so bleibt. Hat sie sich verschätzt und es geht Ihnen irgendwann besser, kann sie die Rente stoppen. Das Geld, das Sie bis dahin bekommen haben, brauchen Sie aber nicht zurückzuzahlen.

Die häufigste Ursache für Berufsunfähigkeit sind inzwischen psychische Erkrankungen. Unfälle liegen hingegen nur einem geringen Teil der bewilligten Anträge zugrunde.

Was und wann zahlt die BU?

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt Ihnen eine monatliche Rente. Die Höhe ist in der Versicherungspolice vereinbart und richtet sich nach Ihrem Einkommen zum Zeitpunkt des Abschlusses und den Vorgaben des Versicherers. Oft ist es möglich, bis zu 70 Prozent des Bruttogehalts als Rente zu erhalten.

Um sie zu bekommen, müssen Sie einen Leistungsantrag stellen. Anschließend folgt die Leistungsprüfung – egal, ob Sie die Rente wegen Krankheit, Unfall oder körperlichem Verschleiß beantragen. Ob Sie tatsächlich berufsunfähig oder „nur“ arbeitsunfähig sind, hängt von der medizinischen Prognose ab.

Kann sich Ihr Zustand noch bessern, etwa indem Sie eine Reha machen, gelten Sie noch nicht als berufsunfähig. Folglich erhalten Sie keine Leistungen aus der Berufsunfähigkeitsversicherung, sondern Krankengeld – zunächst sechs Wochen lang vom Arbeitgeber, anschließend von der Krankenkasse. Gesetzlich Versicherte haben darauf höchstens 78 Wochen innerhalb von drei Jahren Anspruch. Das Krankengeld beträgt maximal 70 Prozent Ihres Bruttolohns. Mehr zum Krankengeld lesen Sie hier.

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