Newsblog zu den Unwettern in weiten Teilen Deutschlands: In vielen Regionen beginnen die Aufräumarbeiten, allerdings gibt es in manchen Landesteilen noch keine Entwarnung.

Das Wichtigste im Überblick


Unwetter ziehen über Teile Deutschlands hinweg. Dabei wird der Süden teils schwer getroffen, an einigen Stellen erreichten die Überschwemmungen bereits Jahrhunderthochwasserniveau. Das bedeutet, dass die Pegelhöhe von Gewässern oder die Abflussmenge von Wasser einen Wert erreicht, der statistisch einmal in 100 Jahren erreicht oder überschritten wird. Inzwischen müssen in Bayern und Baden-Württemberg Orte evakuiert werden. Das aktuelle Geschehen im Überblick:

Wie ist die Lage bei Ihnen vor Ort?

Das Unwetter trifft auch Ihre Region? Lassen Sie uns Ihre Eindrücke über WhatsApp (0173/2964435) zukommen. Neben Videos und Fotos können Sie uns auch gerne Erlebtes schildern. Ganz wichtig ist, dass Sie uns mitteilen, wo die Aufnahmen entstanden sind. Wenn Sie namentlich erwähnt werden wollen, nennen Sie uns bitte Ihren Namen.
Ihre t-online-Redaktion aus Berlin.

Hochwasseropfer berichten: „Dankbar, dass wir am Leben sind“

07.01 Uhr: Dass Werner Diggelmann am zweiten Tag nach dem großen Hochwasser überhaupt noch das Chaos rund um sein Haus aufräumen kann, grenzt an ein Wunder. Der 82-Jährige führt ins verschlammte Erdgeschoss seines Hauses in der Gemeinde Rudersberg, knapp 40 Kilometer nordöstlich von Stuttgart. „Mich hat es voll erwischt“, sagt er zwei Tage nach dem Hochwasserabend. Mehr zu den Betroffenen lesen Sie hier.

Schaulustige beschäftigen Einsatzkräfte

6.45 Uhr: Mancherorts machten Schaulustige den Einsatzkräften zu schaffen. Etliche Behörden appellierten an die Bürgerinnen und Bürger, abgesperrte Bereiche nicht zu betreten, sich von Dämmen fernzuhalten und den Anweisungen der Einsatzkräfte zu folgen. In Deggendorf ging am Montagabend dennoch eine Frau in einer voll gelaufenen Fußgängerunterführung schwimmen.

Pumpwerk an der Donau gerät wegen Dauerbetrieb in Brand

3.45 Uhr: Durch den Dauerbetrieb im Zusammenhang mit dem Hochwasser ist in der Ortschaft Winzer im Landkreis Deggendorf an der Donau ein Pumpwerk in Brand geraten. Grund sei die Überhitzung eines Trafos gewesen, teilte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Niederbayern am Dienstagabend mit. Der Schaden liege in im mittleren fünfstelligen Bereich. Weitere Folgen des Brandes seien nicht bekannt.

Video | Angespannte Hochwasserlage in Passau – Altstadt überflutet

Quelle: reuters

Prognose: Weniger Regen – aber keine Entwarnung

2.24 Uhr: Laut Deutschem Wetterdienst (DWD) sind zwar am Mittwoch und Donnerstag Schauer und Gewitter zu erwarten – Starkregen sei aber nur am östlichen Alpenrand wahrscheinlich. Am Dienstag gab es vielerorts blauen Himmel. Auch wenn der Sonnenschein einen anderen Einruck vermittele, könne keine Entwarnung gegeben werden, sagte Söder.

Das Landratsamt Donau-Ries warnte, trotz teils sinkender Pegelstände in den Flüssen könne das Wasser auf freier Flur weiter steigen. „In diesem Zusammenhang wird ausdrücklich davor gewarnt, die Lage vorschnell als sicher einzuschätzen.“

Pegelstände in Passau fallen langsam

1.56 Uhr: Laut Stadt Passau ist hier der Scheitel der Flüsse Donau und Inn erreicht – die Wasserstände fallen leicht. Der Wasserstand der Donau lag am Dienstagabend nach Angaben des Hochwassernachrichtendienstes (HND) bei etwa 9,70 Metern. Normal sind hier Wasserstände von an die sechs Meter. Der Pegelstand am Inn ging von gut sieben Metern auf knapp 6,70 Meter zurück. Es werde davon ausgegangen, dass die Pegelstände in den nächsten Stunden weiter sänken, teilte die Stadt Passau mit. Allerdings werde der Donaupegel langsamer fallen. In Passau kommen die drei Flüsse Donau, Inn und Ilz zusammen.

Helfer bauen Hochwasserstege und Schutzwände am Donauufer auf. (Quelle: Sven Hoppe/dpa)

Oberbürgermeisterin: In Regensburg noch Sorge

1.23 Uhr: Regensburg stehen noch „ein, zwei Tage echte Anspannung, echte Sorge“ bevor, sagte Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer (SPD) am Dienstag bei einem Besuch von Ministerpräsident Markus Söder (CSU). Dieser will am Mittwoch erneut ins Hochwassergebiet reisen, dieses Mal nach Passau.

Am Vorabend waren in Regensburg Häuser einer Straße an der Donau evakuiert worden, weil bei aufgeweichtem Untergrund die Schutzwände abzurutschen drohten. Durch den hohen Grundwasserstand seien die Böden der Donauinseln „wirklich feucht“, „nass, schwammig“, „wie ein Wackelpudding“, sagte Maltz-Schwarzfischer. „Das heißt, die Lage ist nach wie vor angespannt.“

Share.
Leave A Reply

Exit mobile version