Clan-Chef lobt ihn

Linken-Fraktion hält an Ferat Koçak fest

09.10.2026 – 15:16 UhrLesedauer: 2 Min.

Ferat Koçak im Bundestag (Archivbild): Der Linken-Politiker steht wegen Kontakten zum Berliner Remmo-Clan in der Kritik. (Quelle: Bernd von Jutrczenka/dpa/dpa-bilder)

Die Fraktionsspitze der Linken steht zu ihrem Parlamentarier Ferat Koçak. Der gerät nach einer Aussage aus dem Remmo-Clan weiter unter Druck,

Im Fall des wegen Clan-Kontakten in die Kritik geratenen Linken-Bundestagsabgeordneten Ferat Koçak sieht die Fraktionsführung derzeit „keinen Bedarf für weitere Konsequenzen“. Das sagte Fraktionschef Sören Pellmann am Freitag der Nachrichtenagentur AFP. Zuvor hatte der Berliner SPD-Poltiker Steffen Krach im Zusammenhang mit den Sondierungsgesprächen in der Hauptstadt angedeutet, Koçak könne nicht weiter Mitglied der Bundestagsfraktion bleiben.

Pellmann betonte, Koçak habe „im Gegensatz zu anderen Politikern in ähnlichen Situationen“ umfassende Transparenz hergestellt. So habe er beispielsweise seine Chatverläufe offengelegt und sei auch bereit, dies weiterhin zu tun, sollten sich weitere Fragen ergeben. Kocak setze daher seine Arbeit als Sprecher für Antirassismus und Antifaschismus fort und werde „in einen anderen, noch zu beratenden Ausschuss gehen“.

Koçak hatte wegen Chat-Nachrichten mit dem Remmo-Clan nach einer Wahlparty der Linken für Aufsehen gesorgt. Er gab danach seine Mitgliedschaft im Innenausschuss des Bundestages auf. Am Freitag sagte Issa Remmo der Zeitung „Die Welt“: „Natürlich kennt er mich. Er ist ein seriöser Mensch und sehr höflich.“

BSW-Politiker sieht Mafia-Methoden

Der frühere Linken-Politiker und jetzige Co-Chef des BSW Fabio De Masi sprach in der „Süddeutschen Zeitung“ von einer „Mafia-Signatur“ und erläuterte: „Man bringt in Verlegenheit und fordert Dankbarkeit ein.“

Linke, Grüne und SPD in Berlin hatten am Donnerstag Sondierungsgespräche über eine Koalition begonnen. Grundlage dafür waren gemeinsam beschlossene harte Sanktionen bei Antisemitismus und Clankontakten. In diesem Zusammenhang äußerte sich Krach zu Kocak, der wegen Kontakten ins Berliner Clanmilieu in der Kritik steht.

Kocak selbst gab nach der Kritik an seinen Kontakten Ende September seinen Sitz im Innenausschuss ab und räumte eigenes Fehlverhalten ein. Die Linksfraktion solle ihre Arbeit in dem Gremium „unbelastet von der Debatte um meine Person“ fortsetzen können, erklärte Kocak zur Begründung seines Rückzugs. An seinem Bundestagsmandat hielt er fest.

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