„Das stimmt einfach nicht“

Linke schreibt Vonovia Brief – Konzern wehrt sich gegen Vorwürfe


18.09.2026 – 14:41 UhrLesedauer: 3 Min.

Linke-Chef Luigi Pantisano (Archiv-Bild)

Linken-Chef Luigi Pantisano: „693 Fälle passieren nicht, ohne dass bei dem Unternehmen im Kern etwas im Argen ist.“ (Quelle: Bernd von Jutrczenka/dpa/dpa-bilder)

Die Linke treibt ihre Kampagne gegen Vonovia weiter und hat dem Konzern nun einen Fragenkatalog überstellt. Der Konzern wehrt sich gegen die Vorwürfe.

Die Auseinandersetzung zwischen Vonovia und der Linken geht in die nächste Runde. Parteichef Luigi Pantisano hat dem Wohnungsunternehmen einen sechsseitigen Fragenkatalog überstellt, zur Vorbereitung auf das Gespräch zwischen Pantisano und dem Vonovia-Vorstand am 13. Oktober. Der Fragenkatalog und der Brief liegen t-online vor. „Ich werde mit einem dicken Ordner voll erdrückender Berichte zum Gespräch mit Vonovia gehen“, sagte Pantisano t-online dazu. „Um Vonovia eine faire Chance zu geben, darauf zu antworten, haben wir aus den vielen Rückmeldungen einen Fragenkatalog erarbeitet, den wir ihnen jetzt vorab geschickt haben.“ Die Partei fordert den Konzern auf, bis zum 5. Oktober auf die Fragen zu antworten.

Vonovia teilte t-online mit, man habe das Schreiben erhalten, man werde es gründlich durchgehen und dann antworten. „Beim ersten Durchschauen ist zu sehen: Das ist eine Sammlung bekannter Themen, die teilweise bereits Jahre zurückliegen“, sagte Pressesprecherin Nina Henckel. Das Unternehmen messe hingegen eine hohe Zufriedenheit bei den Mietern, mehr als drei Viertel seien mit der Arbeit von Vonovia „zufrieden“ oder „sehr zufrieden“.

Die Linke hatte im Mai Vonovia-Mieter dazu aufgefordert, sich bei Problemen im Mietverhältnis an die Partei zu wenden. Nach Angaben der Partei haben bislang 693 Menschen aus ganz Deutschland ihre Probleme geschildert, jeder Fünfte kam dabei aus Berlin. Vonovia ist mit mehr als 470.000 Wohnungen Deutschlands größtes Wohnungsunternehmen und bewirtschaftet allein in der Hauptstadt rund 138.000 Wohnungen.

Pantisano: „Ich werde Druck machen“

Die Schilderungen der unzufriedenen Mieter hat die Linke nun zu Fragen zusammengefasst. Insgesamt hat die Partei dem Unternehmen 27 Fragen zu sieben verschiedenen Themenkomplexen überstellt. Diese lauten etwa: „Warum können Mitarbeitende im Kundenservice häufig weder die konkrete Situation im Objekt noch bereits gemeldete Mängel nachvollziehen?“ Dazu fragt Pantisano nach konkreten Fällen, die der Partei geschildert worden seien: „Eine Mieterin soll 6.000 Euro Heizkosten nachzahlen und wartet bis heute auf die vollständigen Belege. Würden Sie selbst 6.000 Euro bezahlen, wenn Ihnen Ihr Vermieter nicht vollständig nachweisen kann, wie diese Forderung zustande kommt?“

„693 Fälle passieren nicht, ohne dass bei dem Unternehmen im Kern etwas im Argen ist“, kommentierte Pantisano und kündigte an: „Ich werde deshalb vor allem Druck machen, dass die Unternehmenspolitik endet, die solche Fälle produziert.“ Der Vonovia-Vorstand hatte den damaligen Parteichef Jan van Aken Ende Mai zu einem Gespräch eingeladen. Anfang September wurde bekannt, dass sich nun van Akens Nachfolger Pantisano mit dem Vorstand trifft.

Vonovia-Chef: „Viele Vorwürfe sind längst geklärt“

Die Linke greift den Wohnungskonzern Vonovia immer wieder an. Pantisano wirft Vonovia vor, der Konzern würde seine Mieter vorsätzlich und systematisch abzocken. „Deswegen spreche ich von organisierter Kriminalität, von Mietenmafia.“ Vonovia-Vorstandschef Luka Mucic sagte t-online: „Viele Vorwürfe der Linken sind mehrere Jahre alt und längst geklärt. Der Vorwurf, dass wir Siedlungen verkommen lassen, stimmt einfach nicht.“

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