Lindt teils günstiger als Milka
Mit diesem Slogan lockt der Schokoladenhersteller jetzt
24.10.2026 – 13:38 UhrLesedauer: 2 Min.
Lindt gilt als edle Schokoladenmarke. Doch bei manchen Tafeln ist sie inzwischen günstiger als Milka. Zum Weihnachtsgeschäft wirbt Lindt zudem offensiv mit Preissenkungen.
Wer im Supermarkt zur günstigeren Schokolade greifen will, dürfte nicht unbedingt zuerst an Lindt denken. Doch ein genauer Blick auf das Preisschild kann sich derzeit lohnen: Bei einigen Händlern kostet eine Vollmilchtafel des Schweizer Herstellers weniger als die von Milka.
Preis pro Kilogramm beachten
So wird die günstigste Lindt-Vollmilchtafel bei einigen Anbietern für 2,19 Euro angeboten. Sie enthält 100 Gramm Schokolade. Eine Milka-Tafel kostet dort zwar nur 1,99 Euro, bringt aber lediglich 90 Gramm auf die Waage. Beide Preise werden nicht als Sonderangebot ausgewiesen.
Umgerechnet auf ein Kilogramm ergibt das 21,90 Euro für Lindt und rund 22,11 Euro für Milka. Die vermeintlich teurere Marke liegt in diesem Vergleich also knapp vorn. Das bedeutet allerdings nicht, dass Lindt grundsätzlich günstiger ist: Je nach Sorte, Händler und Angebot können die Preise anders ausfallen.
„Die schönste Preissenkung des Jahres“
Auch bei seinen Schokoweihnachtsmännern setzt Lindt inzwischen auf eine Botschaft, die vor allem preisbewusste Kunden ansprechen dürfte: „Die schönste Preissenkung des Jahres“, lautet der Werbeslogan.
Auf seiner Internetseite fordert der Hersteller zudem ausdrücklich zum Preisvergleich auf: „Vergleichen Sie die Preise – es lohnt sich besonders“. Gerade bei unterschiedlichen Packungsgrößen ist der Grundpreis pro 100 Gramm oder Kilogramm aussagekräftiger als der Betrag auf dem einzelnen Preisschild.
Bereits im Sommer kündigte Lindt an, den Preis für einige Weihnachtsprodukte zu senken, etwa den Lindt-Weihnachtsmann mit 70 Gramm. Er sollte in diesem Jahr 3,69 Euro kosten, gegenüber 3,99 Euro Ende 2025. Nun wirbt der Schokoladenhersteller mit einer ganzen Reihe von günstigeren Produkten im Vergleich zum letzten Jahr, etwa Adventskalendern und vielen weiteren Schokoweihnachtsmännern.
Hohe Preise bremsen den Schokoladenkauf
Hinter den Preissenkungen steht ein schwieriges Geschäftsjahr. Viele Verbraucher reagieren empfindlich auf die gestiegenen Schokoladenpreise und kaufen weniger. Zusätzlich belastete die sommerliche Hitze in Europa das Geschäft.
Lindt & Sprüngli musste deshalb seine Umsatzprognose mehrfach senken. Für 2026 erwartet der Konzern inzwischen nur noch ein organisches Wachstum von null bis zwei Prozent. Mit niedrigeren Preisen für einzelne Produkte und Rabattaktionen versucht das Unternehmen gegenzusteuern.
Die Absatzprobleme haben auch Folgen für die Führung: Konzernchef Adalbert Lechner musste gehen. Der frühere Chef Dieter Weisskopf übernimmt vorübergehend. Auch die Leitung des Deutschlandgeschäfts wird neu besetzt.
