Gesundes Altern

Eine einfache Maßnahme kann Schlaf und Aktivität verbessern


03.09.2026 – 17:40 UhrLesedauer: 3 Min.

Viele Menschen verbringen im höheren Alter zu wenig Zeit bei Tageslicht im Freien (Symbolbild). (Quelle: seb_ra/getty-images-bilder)

Gerade ältere Menschen sind oft durch Lichtmangel gesundheitlich gefährdet. Dabei ließe sich das Problem leicht beheben, wie eine neue Studie zeigt.

Wenn ältere Menschen nur eingeschränkt natürlichem Licht ausgesetzt sind, können Tageslichtlampen ihnen zu besserem Schlaf, Aktivitätsniveau und Tag-Nacht-Rhythmus verhelfen: Das hat ein Forschungsteam der University of Surrey festgestellt. Demnach könnte eine helle Innenbeleuchtung durch solche Lampen eine kostengünstige nicht medikamentöse Möglichkeit sein, gesundes Altern zu unterstützen.

Warum Licht so wichtig ist

Licht ist ein entscheidender Taktgeber für die innere Uhr. Es beeinflusst, wann der Mensch wach und aktiv ist und wann er zur Ruhe kommt. Ist dieser Schlaf-Wach-Rhythmus durch Lichtmangel gestört, kann das Schlafprobleme begünstigen. Auch das Risiko für chronische Stoffwechsel- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen steigt dann an.

Aus früheren Studien – hauptsächlich unter Laborbedingungen – war bereits bekannt, dass Tageslichtlampen helfen können, einen gestörten Schlaf-Wach-Rhythmus zu normalisieren. Das Forschungsteam wollte daher untersuchen, ob sich die Vorteile einer solchen zusätzlichen Lichtzufuhr auch in den Alltag älterer Menschen übertragen lassen.

Denn viele ältere Menschen bekommen nicht genug helles Tageslicht ab – etwa, weil ihre Augen altersbedingt weniger lichtempfindlich sind oder weil sie weniger Zeit im Freien verbringen. Gesundheitliche Einschränkungen oder der Aufenthalt in einer Pflegeeinrichtung können zusätzlich zu dem Problem beitragen.

Studie mit Menschen aus drei europäischen Städten

An der Studie nahmen 202 Menschen im Alter von 63 bis 92 Jahren in Amsterdam (Niederlande), Bologna (Italien) und Tartu (Estland) teil. Die Städte unterscheiden sich in ihren natürlichen Lichtverhältnissen über das Jahr hinweg.

Zunächst erfasste das Forschungsteam zwei Wochen lang, wie viel Licht die teilnehmenden Personen abbekamen, wie aktiv sie waren und wie sie schliefen. Dafür trugen sie unter anderem Sensoren am Handgelenk und am Körper und führten Tagebuch.

Anschließend wurden die teilnehmenden Personen per Zufallsprinzip in zwei Gruppen eingeteilt: Die Lichttherapiegruppe erhielt eine Tageslichtlampe für zu Hause, die Kontrollgruppe nicht.

Die Mitglieder der Lichttherapiegruppe sollten die Lampe möglichst auf Kopfhöhe in dem Raum aufstellen, in dem sie sich am häufigsten aufhielten. Zudem erhielten sie die Anweisung, die Lampe morgens innerhalb einer Stunde nach dem Aufwachen einzuschalten und spätestens vier Stunden vor dem Schlafengehen auszuschalten. Die Anwendung lief über zwölf Wochen.

Mehr Licht, mehr Gesundheit

Die Auswertung ergab: Wer schon zu Beginn der Studie mehr natürliches Licht abbekam, war tagsüber deutlich aktiver, hatte tagsüber längere zusammenhängende Wachphasen und schlief besser als diejenigen mit geringerer Tageslichteinwirkung.

Ein ähnliches Ergebnis zeigten diejenigen, die sich in der zweiwöchigen Ausgangsuntersuchung als Morgenmensch herausgestellt hatten und dementsprechend früher am Morgen mit der zusätzlichen Lichtzufuhr begannen: Auch sie waren tagsüber deutlich aktiver und wiesen stabilere Ruhe-Aktivitäts-Rhythmen auf als diejenigen, die ihre Lampe später am Tag einschalteten. Die zusätzliche Beleuchtung früher zu beenden und damit helles Licht am Abend zu vermeiden, wirkte sich ebenfalls positiv auf den Rhythmus aus.

Share.
Leave A Reply

Exit mobile version