Karl sei „für uns ein wichtiger Spieler“, befand Eberl noch: „Das haben wir nie in Abrede gestellt.“ Der Jungstar habe nach hinten mitgearbeitet, sei „unfassbar fleißig gewesen und dann belohnt er sich mit dem Tor“.
„Meinem Sohn verbiete ich den Jubel“
Deutliche Worte zu Karls Jubel fand dagegen Ex-Bayer und Prime-Video-Experte Mats Hummels. „Den sehen wir viel zu oft mittlerweile“, sagte der Weltmeister von 2014. Kritik sei nun mal Teil des gut bezahlten Profigeschäfts. „Mein Sohn ist acht. In den Spielen von seiner Mannschaft sehe ich schon Kinder diesen Jubel machen“, so Hummels. Aber: „Meinem Sohn verbiete ich den Jubel.“
Eberl war darum bemüht, das Thema Karl nicht allzu sehr in den Mittelpunkt zu rücken und stattdessen die „Weltklasseleistung“ der gesamten Mannschaft zu betonen, die sie in dem als Hexenkessel bekannten Stadion abgeliefert habe. Dabei hob er lieber andere Akteure hervor wie Abwehrchef Dayot Upamecano.
„Gott sei Dank haben wir den verlängert“, sagte Eberl. Der Franzose spiele schließlich „schon seit Wochen auf Weltklasseniveau“. Konrad Laimer, der per Traumtor zum 2:0 unter die Latte traf und sich genau wie Upamecano auch die t-online-Note eins verdiente, sei „wie eine Maschine“, so Eberl. Der Österreicher passe „perfekt hierher“ und sei mit seinem Einsatzwillen eine Art Dauer-Energiegeber für die Mannschaft.
Karls Jubelgeste bleibt ein Tuschelthema
Eberls Lobeshymnen änderten aber nichts daran, dass vor allem Karl und dessen Jubel auch beim Bankett der Bayern das Tuschelthema blieb. Karl wurde dort im Festsaal des noblen Inside-by-Meliá-Hotels in erster Linie aber auch von den geladenen Gästen für seinen Treffer gefeiert, mit dem er den Sieg der Bayern in Madrid auf den Weg gebracht hatte.
Nach zuletzt zwei Unentschieden in Folge ist der deutsche Rekordmeister damit nun wieder auf Kurs in Richtung der ersten acht Tabellenplätze unterwegs, die den direkten Einzug ins Achtelfinale garantieren. Vorstandsboss Jan-Christian Dreesen erinnerte in seiner Bankettrede daran, dass Bayern zum allerersten Mal überhaupt bei Atlético gewonnen habe. „Ihr habt heute einen ganz großen Schritt in die richtige Richtung gemacht“, rief er der Mannschaft zu. „Ihr habt gezeigt, dass mit uns als FC Bayern immer zu rechnen ist, auch in einer schwierigen Zeit.“