Gammelfisch für Hotels

Lebensmittel-Skandal erschüttert Mallorca


19.11.2025 – 18:45 UhrLesedauer: 2 Min.

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Im Video: Beamte stellen palettenweise verdorbene Lebensmittel sicher. (Quelle: t-online)

Seit sechs Jahren abgelaufener Fisch, bereits für die Auslieferung an Hotels und Restaurants vorbereitet: Dieser Fund von Ermittlern dürfte bei manchen Mallorca-Urlaubern Ekelgefühle auslösen.

Die Guardia Civil und die Generaldirektion für öffentliche Gesundheit haben auf Mallorca insgesamt 20 Tonnen ungenießbarer Ware aus dem Verkehr gezogen. Wie örtliche Medien übereinstimmend berichten, wurden vor allem in einem Lager in Palma zahlreiche Paletten mit Lebensmitteln sichergestellt.

Es ist von Gammelfisch und weiteren verdorbenen Meeresfrüchten die Rede. Teilweise soll das Verfallsdatum von Fischen und Gambas bereits seit sechs Jahren abgelaufen gewesen sein. Außerdem hätten die Inspektoren bei vielen Lebensmitteln eine mehrfache Unterbrechung der Kühlkette festgestellt. Das betroffene Unternehmen habe die Fische und Meeresfrüchte zwischenzeitlich auftauen lassen, bevor sie wieder eingefroren wurden.

Eine Unterbrechung der Kühlkette bedeutet einen guten Nährboden für Bakterien. Schon kurze Temperaturerhöhungen reichen oft aus, damit sich Mikroorganismen wie Salmonellen, Listerien oder Darmbakterien stark vermehren – besonders bei leicht verderblichen Lebensmitteln wie Fisch.

Neben rohen Erzeugnissen sollen die Beamten auch bereits gekochte Produkte gefunden haben. Bei gekochter Ware ist das mikrobiologische Risiko noch höher, die Haltbarkeit läuft entsprechend schneller ab.

Besonders heikel: Die Zeitung „Ultima Hora“ berichtete, die gefundenen Paletten mit vergammelten Lebensmitteln seien kurz davor gewesen, an Restaurants und Hotels auf der bei Urlaubern beliebten Insel ausgeliefert zu werden. Der betroffene Großhändler belieferte demnach vor allem den Gastronomiesektor Mallorcas.

Wie die Guardia Civil erst jetzt mitteilte, waren die Ermittler bereits im April auf die Gammelware gestoßen. Inzwischen habe die Balearen-Regierung eine Strafe gegen das Unternehmen verhängt: 90.000 Euro wegen Verstoßes gegen die Gesundheitsvorschriften.

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