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Der österreichische Europaabgeordnete Thomas Waitz (Die Grünen) sagte gegenüber Euronews, dass die Europäische Kommission ihre Haushaltspläne überdenken sollte, um die EU-Landwirte vor den Auswirkungen des Mercosur-Abkommens zu schützen, das diese Woche verabschiedet werden könnte.

Nach dem Vorschlag der Kommission für den Haushalt 2028–2034 würden die Mittel für die Gemeinsame Agrarpolitik um 20 % sinken. Kritiker des Mercosur-Abkommens argumentieren, dass es EU-Landwirte einem unlauteren Wettbewerb aussetzen würde, da Importe aus südamerikanischen Ländern auf dem europäischen Markt wettbewerbsfähiger sein könnten.

„Man kann die Mittel nicht buchstäblich um 20 % und um 40 % kürzen, wenn man die Inflation mit einbezieht und die Landwirte nur für den Profit einiger weniger nationaler Unternehmen oder der europäischen Industrie opfert“, sagte Waitz gegenüber Euronews.

Er sagte, große Agrarunternehmen würden von der Vereinbarung profitieren, während kleine und mittlere Landwirte die Kosten tragen würden.

EU-Landwirte protestieren gegen Abkommen

Die kommenden Tage sind entscheidend für den Handelspakt, im Jahr 2024 abgeschlossen zwischen der Europäischen Kommission und den Mercosur-Ländern Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay zur Errichtung einer transatlantischen Freihandelszone.

Das Europäische Parlament bleibt über den Deal scharf gespalten. Am Dienstag werden die Gesetzgeber über eine von der Kommission unterstützte Schutzklausel abstimmen, um potenzielle Marktstörungen durch Mercosur-Importe zu überwachen. Außerdem wird erwartet, dass die EU-Mitgliedstaaten in den kommenden Tagen im Rat Stellung beziehen.

Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hofft, am Samstag nach Lateinamerika reisen zu können, um das Abkommen in Foz do Iguaçu an der Grenze zwischen Argentinien und Paraguay zu unterzeichnen, wie Euronews erfahren hat.

EU-Landwirte werden am Donnerstag protestieren, während sich nationale Staats- und Regierungschefs zu einem europäischen Gipfel versammeln.

Kommt es vorher nicht zu einer Einigung, rückt das Thema ganz oben auf die Tagesordnung des Gipfels und es ist mit angespannten Verhandlungen zu rechnen.

Eine vollständige Ratifizierung erfordert jedoch die Unterstützung einer „qualifizierten Mehrheit“ der 27 EU-Mitgliedstaaten. Frankreich ist weiterhin entschieden dagegen und versucht, eine Abstimmung im Rat zu verschieben. Auch Ungarn, Polen und Österreich haben sich mit den Landwirten gegen das Abkommen verbündet.

Irland und die Niederlande, die zuvor kritisch waren, müssen ihre Positionen noch klären.

Auch italienische Landwirte äußern Widerstand und üben Druck aus Premierministerin Giorgia Meloni gibt ihre Haltung bekannt.

„Wenn wir sie verlieren, verlieren wir den ländlichen Raum und die Möglichkeit, unsere Bevölkerung selbstständig mit Nahrungsmitteln zu versorgen“, fügte Waitz hinzu.

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