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Weltweit

„Land der erfüllten Bauern“: Warum das Gras in Österreich grüner zu wachsen scheint

wochentlich.deBy wochentlich.de12 Juni 2026Keine Kommentare3 Mins Read
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„Land der erfüllten Bauern“: Warum das Gras in Österreich grüner zu wachsen scheint
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Veröffentlicht am
06.12.2026 – 15:00 GMT+2

Der 46-jährige Josef Quehenberger beschreibt sich selbst als stolzen Bauern. Als ehemaliger Handelsvertreter entschloss er sich vor fünfzehn Jahren, den Familienhof in Abtenau, einer Marktgemeinde in der Nähe von Salzburg, zu übernehmen. Er züchtet Schafe, Kühe und Truthähne. Er produziert Pellets für den Gartenbau aus Schafwolle. Er beliefert seine Kunden sogar direkt mit Bio-Putenfleisch. Die Arbeit sei hart, aber lohnend, sagt er. „Ich bin die zehnte Generation auf meinem Hof, und der Hof hat Epidemien, zwei Weltkriege, das Coronavirus und die Nazis erlebt. Er hat also viel überlebt“, sagt er. „Ich bin glücklich und stolz, es in die Zukunft zu führen.“

Josef ist nicht der einzige erfüllte Landwirt. Abtenau hat rund 6.000 Einwohner und mehr als 200 Bauernhöfe. Johanna Wallinger hat sich vor 30 Jahren hier niedergelassen. Mit 200 Ziegen und Käsereibetrieben floriert ihr Bauernhof mittlerweile. „Wir betreiben eine sehr authentische Landwirtschaft“, sagt sie. „Ich denke, Österreich hat hier großes Potenzial, weil wir wirklich verbrauchernah und natürlich produzieren können.“

Wie Johanna bringen etwa 60 lokale Produzenten Fleisch, Käse, Joghurt, Gemüse und Kräuter zu einem nahegelegenen Genossenschaftsladen, in einer Kurzvertriebsstrategie vom Bauernhof bis zum Verbraucher, die keine Zwischenhändler erfordert. „Die Grundidee war einfach, dass Kleinstunternehmen ihre Produkte selbst vermarkten und die Wertschöpfung einfach lokal bleibt“, erklärt Georg Buchegger, Geschäftsführer des Ladens.

Die öffentliche Unterstützung wird hier weithin als Schlüsselfaktor für den florierenden Agrarsektor angesehen. Mit ihren 35.000 Mitgliedern bietet die Landwirtschaftskammer Salzburg Landwirten – insbesondere jungen Landwirten – Schulungen, rechtliche und betriebswirtschaftliche Beratung, Hilfestellung im Fördersystem und Unterstützung bei der Produktwerbung.

„Die Probleme sind für Salzburger Landwirte genau die gleichen wie für andere europäische Landwirte. Wir haben Bürokratie und wir haben Märkte, die genauso herausfordernd sind“, behauptet Rupert Quehenberger, Präsident der Kammer. „Der Vorteil, der aber auch unser Nachteil ist, ist unsere Struktur. Wir wissen, dass wir nicht mit Massenherstellern konkurrieren können. Nur durch Qualität und den Wiedererkennungswert des Produkts, das ein Gesicht hat, können wir am Markt bestehen.“

Als wichtiges Instrument zur Unterstützung der Landwirte haben die Salzburger Behörden ein begehrtes Siegel geschaffen und kontrollieren dessen Verwendung, das die lokale Herkunft landwirtschaftlicher Güter bescheinigt und deren Marktpotenzial steigert.

„Aktuell haben wir rund 2.800 zertifizierte Produkte sowie 170 zertifizierte Gastronomen und 90 Küchen in der Gemeinschaftsverpflegung, die allein 40.000 Portionen am Tag kochen. Sie erfüllen bestimmte Kriterien für regionale Produkte, die sie verarbeiten, die wir auch kontrollieren“, erklärt Günther Kronberger, Geschäftsführer von Salzburg Agrar Marketing.

Auch die Ausbildung neuer Generationen von Landwirten wird als vorrangig angesehen. In Österreich gibt es rund 70 Schulen, die die Landwirte der Zukunft ausbilden. Die Bauernschule Winklhof bei Salzburg bildet 260 Schüler im Alter von 14 bis 17 Jahren aus. Die Manager hier sagen, dass die Zahl der Bewerbungen an der staatlichen Schule in den letzten fünf Jahren sprunghaft angestiegen ist.

„Wir versuchen, junge Menschen so zu formen, dass sie nicht nur im Berufsleben zurechtkommen, sondern auch die Grundkompetenzen für ihr Privatleben erlernen“, erklärt Georg Springl, Direktor der Schule.

Diese Ausbildung wird von den professionellen Landwirten als entscheidend erachtet und nimmt auch ihre Rolle bei der Motivation der neuen Generationen von Landwirten in Österreich ernst. „Wenn man ständig nur meckert oder die Nachteile sieht, wird die nächste Generation auch keinen Spaß an der Arbeit haben“, schlussfolgert Bäuerin Johanna Wallinger.

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