WM-Generalprobe geglückt: Ein Bayern-Profi bringt die Rangnick-Elf früh in Unterzahl. Dennoch reicht es zum Sieg.
Ralf Rangnick fliegt mit seinen Österreichern mit Rückenwind zur Fußball-Weltmeisterschaft in den USA, Mexiko und Kanada. Trotz eines frühen Platzverweises für Konrad Laimer glückte dem ÖFB-Team in Wien die Generalprobe mit einem 1:0 (0:0) gegen Tunesien.
In Gleichzahl hatte die als gefährlicher Außenseiter eingestufte Rangnick-Elf mit dem afrikanischen WM-Teilnehmer Probleme, zeigte sich defensiv anfällig und offensiv weitgehend harmlos. Nach dem Wechsel gab es in der Unterzahl eine deutliche Steigerung.
Zum Matchwinner avancierte Dortmunds Marcel Sabitzer (63. Minute), der einen gut herausgespielten Konter auf Zuspiel von Mainz‘ Stefan Posch verwertete. Auch beim vorherigen Testspielsieg gegen Südkorea Ende März war Sabitzer der Siegtorschütze gewesen.
Die Österreicher waren ab der 36. Minute nur noch zu zehnt, nachdem Bayern-Mittelfeldspieler Konrad Laimer nach einem Handspiel als letzter Mann die Rote Karte gesehen hatte. Ben Slimanes Freistoß daraus ging an die Latte. Während die Tunesier in der ersten Hälfte die besseren Torchancen hatten, waren die Gastgeber nach der Pause torgefährlicher und trafen zweimal Aluminium.
Leipzigs Christoph Baumgartner verletzte sich bereits beim Warmmachen am Oberschenkel und musste passen. Dennoch begann Österreich mit acht Bundesliga-Profis in der Startelf, lediglich Torhüter Alexander Schlager stand noch nie in der deutschen Eliteliga auf dem Platz. Für Tunesien bildeten Union Berlins Khedira sowie Frankfurts Ellyes Shkiri die Doppelsechs, dazu begann Augsburgs Ismael Gharbi.
Wien wird zur WM-Generalprobe
Für die Österreicher war die Partie in Wien ungewollt bereits die Generalprobe für das WM-Turnier. Ursprünglich sollte am 10. Juni in Pasadena im US-Bundesstaat Kalifornien noch ein abschließender Test gegen Guatemala stattfinden, doch die Mittelamerikaner und der Stadionbetreiber sagten Mitte Mai ab – und ein alternativer Gegner oder Austragungsort waren nicht mehr zu finden. Für Tunesien geht es dagegen am Samstag (15 Uhr) in Brüssel noch gegen Belgien.
Beim Turnier in den USA, Mexiko und Kanada legen die Nordafrikaner dann am 15. Juni gegen Schweden los, ehe Vorrundenduelle mit Japan und den Niederlanden folgen. Die Österreicher steigen zwei Tage später ins Turnier ein, Gruppengegner sind Jordanien, Weltmeister Argentinien und Algerien.
