Gefährliche Partydroge

Was im Körper passiert, wenn Sie Lachgas konsumieren


Aktualisiert am 13.11.2025 – 10:00 UhrLesedauer: 3 Min.

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Partydroge: Wer Lachgas konsumiert, riskiert Schäden an Gehirn und Nerven. (Quelle: Marcus Brandt/dpa)

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Der Rausch dauert nur wenige Minuten, doch die Wirkung im Körper ist nicht harmlos. Vor allem bei regelmäßigem Konsum kann Lachgas ernste Schäden hinterlassen.

Lachgas sorgt für einen kurzen Höhenflug: Wer es einatmet, fühlt sich für wenige Minuten entspannt, euphorisch und losgelöst von Raum und Zeit. Doch kaum jemand weiß, was das Gas dabei im Körper anrichtet und welche gefährlichen Folgen es haben kann.

Denn obwohl Lachgas legal und leicht verfügbar ist, bleibt es eine Droge. Wer sie regelmäßig konsumiert, riskiert mehr als einen kurzen Kreislaufkollaps.

Lachgas (chemisch: Distickstoffmonoxid) gelangt über die Lunge in den Körper. Dort verteilt es sich über das Blut in das Nervengewebe, also auch direkt ins Gehirn. Anders als viele Substanzen wird es nicht im Körper abgebaut, sondern unverändert über die Lunge wieder ausgeatmet.

Die Wirkung setzt nach wenigen Sekunden ein. Viele Konsumenten atmen das Gas aus mit Ballons gefüllten Sahnekapseln ein. Bereits eine geringe Menge reicht, um für zwei bis drei Minuten ein Gefühl der Entspannung, Leichtigkeit und Verzerrung der Realität auszulösen. Manche fangen an zu lachen, andere erleben kurze Halluzinationen.

Das Einatmen von Lachgas ersetzt in diesen Momenten die normale Atmung. Das bedeutet: Die Lunge bekommt keinen Sauerstoff, stattdessen nur das Gas. Der Körper gerät kurzfristig in eine Art Sauerstoffmangel. Die Folgen sind Schwindel, Kopfschmerzen, Kribbeln oder auch ein kurzes „Wegtreten“.

In vielen Fällen verschwinden diese Symptome rasch, wenn wieder normale Luft geatmet wird. Doch Schwindel und Benommenheit können bis zu 30 Minuten anhalten – besonders, wenn größere Mengen konsumiert wurden.

Je häufiger Lachgas eingeatmet wird, desto belastender wird dieser Sauerstoffmangel für den Körper.

Zahlen für Deutschland liegen nicht vor. Nach Befragungen in anderen europäischen Ländern haben zwischen 10 und 20 Prozent der Jugendlichen und jungen Erwachsenen mindestens einmal Lachgas ausprobiert.

Nervenzellen im Ausnahmezustand

Im Gehirn verändert Lachgas die Kommunikation zwischen Nervenzellen. Genau das erzeugt den Rausch – wirkt aber auch wie ein Störfeuer im Nervensystem. Fachleute vermuten, dass dieser Effekt die Reizverarbeitung durcheinanderbringt und sogar strukturelle Schäden hinterlassen kann, vor allem bei regelmäßigem oder hochdosiertem Konsum.

Denn Lachgas hemmt ein entscheidendes Vitamin: B12. Dieses Vitamin ist notwendig, um Nervenzellen zu regenerieren und Blut zu bilden. Wird seine Verwertung blockiert, kann das zu Mangelerscheinungen führen – mit weitreichenden Folgen.

Fehlt dem Körper dauerhaft Vitamin B12, macht sich das oft zuerst durch Missempfindungen bemerkbar: Kribbeln oder Taubheit in Fingern, Beinen oder Füßen. In schweren Fällen entstehen Lähmungen, Muskelschwäche oder Gleichgewichtsstörungen. Manche Betroffene berichten, dass sie plötzlich kaum noch gehen konnten.

Auch das Rückenmark kann betroffen sein. Die daraus resultierenden Nervenschäden sind zum Teil nur schwer rückgängig zu machen. Fachleute können bislang nicht sicher sagen, ab wann solche Schäden auftreten oder ob sie sich immer vollständig zurückbilden.

Zusätzlich kann es durch den gestörten Stoffwechsel zu Blutarmut kommen. Das geschieht schleichend, bleibt oft lange unbemerkt, bis die körperliche Leistungsfähigkeit plötzlich nachlässt.

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