Verhängnisvolle Entscheidung
Wie der HSV Jürgen Klopp als Trainer vergraulte
24.07.2026 – 15:37 UhrLesedauer: 3 Min.
Mit 59 Jahren erfüllt sich Jürgen Klopp den Traum vom Bundestrainer. Als junger Coach hätte er fast den HSV trainiert – wären da nicht Jeans und Bart gewesen.
Mitte August 2026 beginnt für Jürgen Klopp ein neues Kapitel. Der langjährige Erfolgstrainer von Borussia Dortmund und dem FC Liverpool übernimmt die deutsche Nationalmannschaft. Nach der enttäuschenden WM soll er das DFB-Team bis zur EM 2028 wieder auf Kurs bringen. Beinahe hätte seine Karriere jedoch schon vor rund 20 Jahren eine ganz andere Richtung genommen.
Im Sommer 2008 stand Klopp kurz vor einem Wechsel zum Hamburger SV. Die Hanseaten suchten einen Nachfolger für Huub Stevens, der den Klub von den Abstiegsrängen zurück in den Europapokal geführt hatte. Auf der Kandidatenliste stand auch der aufstrebende Trainer von Mainz 05.
HSV ließ Jürgen Klopp beschatten
Klopp hatte Mainz erstmals in die Bundesliga geführt und den Klub direkt in der ersten Saison für den Uefa-Cup qualifiziert. Spätestens mit seinen Auftritten als ZDF-Experte bei der Heim-WM 2006 machte er sich bundesweit einen Namen als Taktikexperte mit klaren Analysen und lockeren Sprüchen.
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Der HSV ließ Klopp und weitere Kandidaten bei ihrer Arbeit beobachten. Bewertet wurden Training, Taktik und Motivation, aber auch Pünktlichkeit, Kleidung sowie der Umgang mit Fans und Medien.
Klopp und der HSV: „Hatten alles durchverhandelt“
Vorstandschef Bernd Hoffmann und Marketingvorständin Katja Kraus waren überzeugt, dass der damals 40-Jährige der richtige Trainer für den HSV sei. „Wir hatten alles durchverhandelt, Ulla hatte sich im Internet schon Immobilien angeschaut“, erinnerte sich Klopp-Berater Marc Kosicke 2026 im Gespräch mit „Transfermarkt“.
Es fehlte nur noch die Zustimmung von Sportvorstand Dietmar Beiersdorfer. Der frühere Profi sah Klopp jedoch kritisch. Er störte sich an dessen Dreitagebart, dem Spitznamen „Kloppo“, dem Rauchen und einem angeblichen Hang zur Unpünktlichkeit. All das sei nicht hanseatisch genug für den HSV gewesen.
„Ruft nie wieder an, das mache ich nicht“
Für Klopp war das Maß schließlich voll. Er ließ die Gespräche beenden. Später erinnerte er sich an seine Botschaft an die HSV-Verantwortlichen: „Ruft nie wieder an, das mache ich nicht.“ Die Einschätzung Beiersdorfers habe ihn persönlich getroffen. „Wir hatten das Gefühl, dass Gründe gesucht wurden, weshalb Jürgen das mit dem HSV nicht machen sollte“, sagte Berater Kosicke später.

