Luxusproblem in Stuttgart
Mercedes GLC auf Monate ausverkauft
Aktualisiert am 02.11.2026 – 18:16 UhrLesedauer: 2 Min.
Der Mercedes GLC ist das wichtigste Modell der Marke – und gerade kurzfristig kaum zu bekommen. Besonders für die elektrische Variante gibt es lange Wartezeiten.
Bei Mercedes herrscht Krisenstimmung, doch in diesem Fall haben die Schwaben ein Luxusproblem: Der vollelektrische GLC ist in Europa auf Monate hin ausverkauft. Das berichtet die „Automobilwoche“ unter Berufung auf Angaben des Unternehmens.
Die Auftragsbücher sind einem Sprecher zufolge zwar weiterhin geöffnet, reichten aber weit bis ins Jahr 2027 hinein. Für Neubestellungen in Deutschland liegen die Liefertermine nach Angaben der „Automobilwoche“ derzeit im zweiten Quartal 2027. Wer im November bestellt, könnte demnach frühestens zwischen Mai und Juli mit seinem Auto rechnen. Händler berichten laut dem Fachblatt allerdings, dass es je nach Ausstattung auch länger dauern kann. Teilweise ist von Lieferterminen im dritten oder vierten Quartal 2027 die Rede.
GLC ist wichtigstes Mercedes-Modell in Deutschland
Die hohe Nachfrage trifft Mercedes bei einem seiner wichtigsten Fahrzeuge. Der GLC war nach Angaben der „Automobilwoche“ bis Ende September mit 36.500 Neuzulassungen und einem Anteil von knapp 19 Prozent das meistverkaufte Mercedes-Modell in Deutschland. Damit lag das SUV deutlich vor dem CLA.
Laut Mercedes war der GLC in vier der vergangenen fünf Jahre das weltweit meistverkaufte Modell der Marke. Auch im dritten Quartal 2026 lag es demnach wieder an der Spitze.
Dass der elektrische GLC nun stark nachgefragt wird, ist für Mercedes ein positives Signal: Die Schwaben hatten sich in den vergangenen Jahren mit ihren Elektroautos schwerer getan als erhofft. Elektrische Baureihen wie EQE oder EQS konnten die Erwartungen nicht erfüllen.
Mercedes rückt Elektroautos näher an die Kernmodelle
Mit dem neuen GLC hat Mercedes seine Elektrostrategie sichtbar geändert. Statt elektrische Modelle unter der parallelen EQ-Untermarke zu verkaufen, wird der Elektro-GLC als „GLC mit EQ-Technologie“ vermarktet. Mercedes rückt seine Elektroautos damit näher an die bekannten Baureihen heran. Der klassische GLC mit Verbrennermotor wird parallel weitergebaut.
Mehr Platz als im früheren EQC
Der elektrische GLC folgt faktisch auf den eingestellten EQC, legt aber in mehreren Punkten zu. Er ist 4,85 Meter lang und damit 8,3 Zentimeter länger als der frühere EQC. Im Vergleich zum aktuellen Verbrenner-GLC wächst der Radstand um neun Zentimeter.

Der Kofferraum fasst 570 Liter, bei umgeklappter Rückbank sind es bis zu 1.740 Liter. Zusätzlich gibt es unter der Fronthaube ein Staufach mit 128 Litern Volumen. Dort lassen sich etwa Ladekabel oder kleineres Gepäck unterbringen.
800-Volt-Technik und bis zu 713 Kilometer Reichweite
Technisch basiert der elektrische GLC auf der neuen Plattform MB.EA. Sie nutzt eine 800-Volt-Architektur, die hohe Ladeleistungen ermöglichen soll. Mercedes nennt bis zu 330 Kilowatt. Nach Herstellerangaben reicht das aus, um in zehn Minuten Strom für bis zu 300 Kilometer nachzuladen. Die Batterie hat eine Nettokapazität von 94,5 Kilowattstunden. Die maximale Reichweite liegt laut Mercedes bei bis zu 713 Kilometern.
Auch bei der Anhängelast soll der Elektro-GLC nah an den Erwartungen klassischer SUV-Kunden bleiben. Mercedes nennt bis zu 2,4 Tonnen. Damit kommt das Modell auch für Anhänger, Boote oder Pferdetransporter infrage.