Streaming-Tipp

Dieser Western aus den Sechzigern weckt Retro-Gefühle


Aktualisiert am 21.07.2026 – 08:37 UhrLesedauer: 3 Min.

John Wayne: Der berühmteste Western-Star setzt sich mit diesem Film ein Denkmal. (Quelle: © Dennis Stock / Magnum Photos)

Dieser Western bietet Spannung, Moral und eine der bekanntesten Schlusszeilen der Filmgeschichte. Die Chemie zwischen den Hauptdarstellern macht den Film bis heute unvergesslich.

Schießduelle bei Sonnenuntergang, staubbedeckte Dörfer und ein einsamer Held, der das Recht in die eigene Hand nimmt: Der Western hat das amerikanische Kino wie kein anderes Genre geprägt. Filme wie „Erbarmungslos“, „Spiel mir das Lied vom Tod“ oder „Zwölf Uhr mittags“ zeigen, wie das Genre über Jahrzehnte immer wieder neu erfunden wurde. Die Klassiker aus den 60er Jahren gelten dabei als Hochphase des Western.

John Wayne prägte das Western-Genre wie kein anderer. Mit markanter Statur, reduzierter Mimik und unverkennbarer Präsenz verkörperte er jahrzehntelang den Archetyp des amerikanischen Helden. Während viele seiner Filme vor allem auf Action setzen, sticht „Der Mann, der Liberty Valance erschoss“ aus seiner Filmografie heraus. Denn der Film setzt sich mit Wahrheit, Mythos und dem Preis, den Zivilisation fordert auseinander.

Darum geht es in „Der Mann, der Liberty Valance erschoss“

Senator Ransom Stoddard (James Stewart) kehrt in die Kleinstadt Shinbone zurück. Er will an der Beerdigung eines alten Freundes teilnehmen. Auf Nachfrage der Presse erzählt er, was ihn einst in diese Stadt brachte. Im Rückblick erzählt der Filme wie er als junger Anwalt überfallen und vom gefürchteten Banditen Liberty Valance (Lee Marvin) ausgeraubt wurde.

In Shinbone trifft er auch auf den Revolverhelden Tom Doniphon (John Wayne), der als einziger keine Angst vor Valance hat. Während Stoddard auf das Recht vertraut, setzt Doniphon auf den Colt. Die Stadt lebt währenddessen in ständiger Angst vor Valance und seinen Männern. Stoddard versucht dennoch, mit Vernunft und Gesetz Ordnung herzustellen.

Als der Konflikt mit Valance unvermeidlich eskaliert, kommt es zum Duell, das Stoddards Leben und das der ganzen Stadt für immer verändern wird. Denn wer wirklich den tödlichen Schuss auf Valance abgefeuert hat, ist längst nicht das, was die Legende behauptet.

John Ford inszeniert einen Film gegen den Western-Mythos

Hinter der Kamera von „Der Mann, der Liberty Valance erschoss“ stand John Ford, einer der einflussreichsten Regisseure Hollywoods. Ford und John Wayne hatten zu diesem Zeitpunkt bereits eine jahrzehntelange Zusammenarbeit hinter sich, Filme wie „Der schwarze Falke“ oder „Rio Grande“ hatten beide zu Stars gemacht. Doch mit „Der Mann, der Liberty Valance erschoss“ wählte Ford einen ungewöhnlichen Weg.

Ford drehte den Film bewusst in schwarzweiß, obwohl Farbfilm längst Standard war. Er verzichtete weitgehend auf opulente Landschaftsaufnahmen, die seine früheren Western geprägt hatten. Das Ergebnis ist ein Film, der sich selbst hinterfragt.

Ford interessierte sich weniger für das Duell als für die Frage dahinter: Was passiert, wenn aus einer Lüge ein Mythos wird? Die berühmte Schlusszeile, „When the legend becomes fact, print the legend“, fasst dieses Thema in einem einzigen Satz zusammen und ist bis heute einer der meistzitierten Sätze der Filmgeschichte.

Share.
Leave A Reply

Exit mobile version