„Hätte ich nicht erwartet“
Kündigung nach Schicksalsschlag: Tafel-Leiter wird deutlich
05.10.2026 – 17:38 UhrLesedauer: 2 Min.
Kurz nach dem Tod seines Vaters verliert Vito Ikic seinen Job bei der Braunschweiger Tafel. Nun verlässt er die Stadt – und findet deutliche Worte für den Vorstand.
Vito Ikic zieht einen Schlussstrich unter seine Zeit in Braunschweig. Rund zwei Monate nach seiner Freistellung bei der Braunschweiger Tafel kündigt der frühere geschäftsführende Leiter an, in seine Heimat Köln zurückzukehren. In einem Instagram-Beitrag verbindet er seinen Abschied mit deutlicher Kritik am Vorstand seines ehemaligen Arbeitgebers.
„Dass mein berufliches Kapitel so endet, hätte ich nicht erwartet“, schreibt Ikic. Er nehme aus der Erfahrung vor allem mit, „wie wichtig gute Personalführung, offene Kommunikation und Wertschätzung sind“. Diese Dinge seien „leider nicht überall selbstverständlich“.
Noch deutlicher wird Ikic anschließend mit Blick auf die Führung des Vereins: „An den Vorstand: Danke für die Erfahrung. Ich nehme daraus vor allem mit, wie ich es später einmal nicht machen möchte.“
Tafel begründete Trennung mit unterschiedlichen Vorstellungen
Ikic war 2025 für seine Stelle bei der Braunschweiger Tafel von Köln in die Löwenstadt gezogen. Unter anderem arbeitete er fortan an der Digitalisierung der Lebensmittelausgabe und plante zusätzliche, kleinere Ausgabestellen in den Stadtteilen.
Anfang Juli 2026, so sagte er es der „Braunschweiger Zeitung“, starb schließlich sein Vater. Ikic fiel demnach zunächst krankheitsbedingt aus und baute anschließend Überstunden ab. Einen Tag nach seiner Rückkehr sei ihm dann die Kündigung mitgeteilt worden.
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Der Vorstand begründete die Trennung dem Bericht zufolge mit unterschiedlichen Vorstellungen über die organisatorische und wirtschaftliche Ausrichtung des Vereins. Einen Pflichtverstoß Ikics habe es nach Angaben des Vorstands nicht gegeben. Konkreter erläuterte die Tafel die Gründe für die Trennung der Zeitung zufolge nicht.
Die Braunschweiger Tafel versorgt nach eigenen Angaben rund 1.200 Menschen direkt mit Lebensmitteln. Weitere etwa 1.000 Menschen werden über andere soziale Einrichtungen erreicht. Etwa 180 Ehrenamtliche unterstützen die Arbeit des Vereins.
Ikic sagt: „Danke, Braunschweig“
Trotz des für ihn enttäuschenden beruflichen Endes blickt Ikic in seinem Abschiedsbeitrag auch positiv auf seine Zeit in der Stadt zurück. Er habe in Braunschweig „großartige Menschen kennengelernt, Freundschaften geschlossen und viele besondere Erinnerungen gesammelt“.
Nun gehe es „zurück in die Heimat“ nach Köln. Seinen Beitrag beendet Ikic mit den Worten: „Danke, Braunschweig, für die Menschen, die Erinnerungen und die schöne Zeit. Ein Kapitel endet. Ein neues beginnt.“
