Kubicki setzt auf Angriff

„Marie-Agnes, jetzt weißt Du, wo der Hammer hängt“


Aktualisiert am 31.05.2026 – 18:10 UhrLesedauer: 3 Min.

Wolfgang Kubicki: Er wurde zum FDP-Vorsitzenden gewählt. (Quelle: IMAGO/dts Nachrichtenagentur/imago)

Wolfgang Kubicki ist neuer FDP-Chef – gewählt mit knapp 60 Prozent. Doch die Abstimmung hinterließ tiefe Risse in der Partei.

Böses Blut bei den Liberalen: In einer hart umkämpften Abstimmung ist der FDP-Politiker Wolfgang Kubicki zum neuen Vorsitzenden seiner Partei gewählt worden. Der bisherige Vizechef setzte sich auf dem Bundesparteitag in Berlin am Samstag mit 59,3 Prozent gegen die Europapolitikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann durch.

Mit ihrer erst kurz vor Beginn der Abstimmung erklärten Gegenkandidatur hatte Strack-Zimmermann für eine Überraschung gesorgt – und für Verärgerung. Der Schlagabtausch überschattete den geplanten Neuanfang der FDP.

  • Kommentar: Kubicki gewinnt Kampfabstimmung – die FDP ist tief gespalten

Das Ergebnis der Kampfabstimmung machte klar, dass es in der FDP weiterhin Vorbehalte gegen Kubicki gibt. Mit der Wahl des 74-Jährigen vertrauten die Delegierten die Führung ihrer Partei einem Politiker an, der zu den bekanntesten, aber auch polarisierendsten FDP-Vertretern zählt. Kubicki will sich nun nach eigenen Worten daran messen lassen, die FDP bei Wahlen in Bund und Ländern wieder über die Fünf-Prozent-Marke zu führen. „Das ist das Ziel – und dem wird alles andere sich unterordnen“, sagte er am Samstagabend.

„Wolfgang weiß jetzt, dass es 60 zu 40 steht“

Kubicki gilt in der FDP als Rechtsliberaler, Strack-Zimmermann, die in der Kampfabstimmung auf gut 39 Prozent kam, steht eher für eine sozialliberale Ausrichtung. Die beiden gelten seit langem als Kontrahenten. Bereitschaft zur Aussöhnung zeigten sie nach der Personalentscheidung auf dem Parteitag nicht.

Auf die Frage, wie er die FDP-Mitglieder, die für Strack-Zimmermann gestimmt haben, mehr für sich gewinnen wolle, sagte Kubicki in der ARD: „Gar nicht. Weil meine Aufgabe nicht darin besteht, irgendjemanden zu gewinnen, sondern dazu beizutragen, dass die Freien Demokraten von den Wählerinnen und Wählern wieder ernst genommen werden. Es ist völlig egal, wie wir uns nach innen selbst empfinden, ob wir lustig oder traurig sind.“

Strack-Zimmermann warnte Kubicki derweil in der „Bild“-Zeitung mit Verweis auf die internen Machtverhältnisse vor Alleingängen. „Wolfgang weiß jetzt, dass es 60 zu 40 steht“, sagte sie mit Blick auf das Abstimmungsergebnis. „Wir werden ganz genau schauen, wohin die Partei geht.“

Marie-Agnes Strack-Zimmermann: „Wolfgang weiß jetzt, dass es 60 zu 40 steht.“ (Quelle: Annegret Hilse/reuters)

Der FDP-Chef reagierte harsch: „Marie-Agnes, Du hast nur 40 Prozent – und jetzt weißt Du, wo der Hammer hängt“, sagte Kubicki ebenfalls der „Bild“. „Wenn Du die FDP in die Bedeutungslosigkeit führen willst, dann mach genauso weiter.“

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