Danger Dan ausgeladen

Kritik an ZDF: „Wir empfinden die Entscheidung als mutlos“


17.07.2026 – 14:06 UhrLesedauer: 3 Min.

Danger Dan: Er wurde kurzfristig aus der ZDF-Satiresendung „Die Anstalt“ ausgeladen. (Quelle: IMAGO)

Heftige Kritik für das ZDF. Nicht nur von den Musikern Danger Dan und Igor Levit sowie weiteren Prominenten. Auch das Team von „Die Anstalt“ äußert sich.

Das Team der Satiresendung „Die Anstalt“ hat die ZDF-Entscheidung zur Ausladung des Rappers Danger Dan als mutlos kritisiert. „Wir, ‚Die Anstalt‘, distanzieren uns von dieser Entscheidung des ZDF“, schrieben Claus von Wagner, Max Uthoff und Maike Kühl auf Instagram. Andere Reaktionen ließen ebenfalls nicht lange auf sich warten.

In der 100. Ausgabe der politischen Kabarettsendung „Die Anstalt“ sollten kommende Woche Rapper Danger Dan – auch bekannt als Mitglied der Band Antilopen Gang – und Starpianist Igor Levit auftreten. Geplant war, dass sie dort ihren neuen, sieben Minuten langen antifaschistischen Song „Keine Angst“ spielen – in einer Folge zum Thema politische Radikalisierung und Wehrhaftigkeit der Demokratie. Anschließend sollte über das Lied diskutiert werden.

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Aufgezeichnet werden sollte bereits am Donnerstag. Doch es kam anders: Auf Instagram erklärten die beiden Künstler: „Ganz kurz vor der Aufzeichnung hat allerdings die ZDF-Intendanz ihr Veto gegen unseren Auftritt eingelegt.“ Der Sender selbst ließ auf Nachfrage von t-online unter anderem verlauten: „Der Text des Liedes kann allerdings als Aufruf zu Gewalt verstanden werden.“ Ein solcher Aufruf stünde im klaren Widerspruch zu den Programmrichtlinien.

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Die Stars hinter „Die Anstalt“ distanzierten sich nicht nur unter dem Beitrag von Danger Dan und Igor Levit vom ZDF, mit dem das Duo die überraschende Ausladung öffentlich gemacht und diese als skandalösen „Eingriff in die Meinungs- und Kunstfreiheit“ bezeichnet hatte. Sie taten dies wenig später auch in einem eigenen Instagram-Post: „Wir empfinden die Entscheidung als mutlos – gerade jetzt, wo rechtsextreme Gewalt wieder stark zunimmt. Wir hätten es als öffentlich-rechtliche Pflicht angesehen, das Lied zu präsentieren und danach zu diskutieren.“ Schließlich kündigten sie an: „Wie es aussieht, wenn Sender und Sendung nicht einer Meinung sind, seht ihr in der nächsten Folge der Anstalt am Dienstag, 21. Juli, um 22:15 Uhr im ZDF.“

„Schwerwiegender Eingriff in redaktionelle Freiheit“

Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) sprach von einem „schwerwiegenden Eingriff in die redaktionelle Freiheit“. „Ob das Lied ausgestrahlt werden sollte oder nicht, entscheidet die Redaktion und niemand sonst“, sagte die Bundesvorsitzende Mika Beuster.

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