Von Luftfahrtunternehmen bezahlt
Kai Wegner wegen Luxus-Abendessens in der Kritik
17.08.2026 – 14:07 UhrLesedauer: 2 Min.
Nach der Entlassung von Staatssekretär Matthias Hundt werden neue Details zu dessen Kontakt mit Kai Wegner bekannt. Ein von einem Unternehmen bezahltes Abendessen weckt Kritik.
Ein Abendessen mit Berlins Regierendem Bürgermeister Kai Wegner (CDU), seiner Lebensgefährtin und dem kurzzeitigen Staatssekretär Matthias Hundt (CDU) sorgt für Kritik. Bezahlt wurde das Treffen nach Angaben der Senatskanzlei gegenüber dem „Tagesspiegel“ von dem Luftfahrtunternehmen Elbe Flugzeugwerke. Opposition sieht deshalb den Verdacht der Vorteilsannahme begründet.
Aus der Antwort der Senatskanzlei auf eine Anfrage der Grünen-Abgeordneten Tonka Wojahn, die dem „Tagesspiegel“ vorliegt, geht hervor, dass sich Wegner und Hundt für ihr Kennenlernen im Restaurant „Vox“ des Berliner Luxushotels „Grand Hyatt“ trafen. Dieses als „Arbeitstreffen“ bezeichnete Essen war demnach von den Elbe Flugzeugwerken bezahlt worden. „Dem Land Berlin sind keine Kosten entstanden“, teilte die Senatskanzlei mit. Hundt erklärte dem „Tagesspiegel“, das Treffen habe stattgefunden, um Maßnahmen zu diskutieren, wie der Berliner Flughafen BER bessere Anbindungen gewährleisten könne.
Firma bezahlt Wegners Abendessen – Grüne äußern schweren Verdacht
An dem Abendessen nahm auch Berlins Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch (CDU) teil, die mit Wegner liiert ist. Nach Angaben der Senatskanzlei war sie als Privatperson dabei und ebenfalls von den Elbe Flugzeugwerken eingeladen worden. Die Frage des „Tagesspiegel“, ob es gängig sei, dass der Regierende Bürgermeister seine Partnerin in privater Funktion zu dienstlichen Treffem mitnehme, verneinte die Senatskanzlei.
Die Berliner Abgeordnete Tonka Wojahn (Grüne) bezeichnete das Treffen angesichts der neuen Erkenntnisse als „handfesten politischen Skandal“. Ein Regierungschef dürfe „nicht einmal den Anschein erwecken, sich teure Restaurantbesuche von einem Unternehmen finanzieren zu lassen“, sagte die Grünen-Politikerin dem „Tagesspiegel“. Sie ergänzte: „Hier drängt sich unweigerlich der Verdacht der Vorteilsannahme auf.“
Wegen der Teilnahme Günther-Wünschs warf Wojahn Wegner zudem „eine bedenkliche Ignoranz gegenüber gängiger Compliance-Regeln“ vor. Die Bildungssenatorin müsse erklären, „was sie als Privatperson bei einem Lobby-Termin des Regierenden Bürgermeisters“ zu suchen hatte, forderte die Abgeordnete gegenüber dem „Tagesspiegel“. Günther-Wünsch äußerte sich dem Bericht zufolge nicht persönlich zu den Vorwürfen.
Hundt nach zehn Wochen wieder entlassen
Hundt war Mitte März 2026 zum Staatssekretär für Digitalisierung und Verwaltungsmodernisierung in der Berliner Senatskanzlei ernannt worden. Der Dresdener CDU-Politiker folgte auf Martina Klement, die in die Brandenburger Landesregierung gewechselt war.
Nach nur zehn Wochen im Amt wurde Hundt wieder entlassen. Zuvor hatten MDR und RBB berichtet, dass die Staatsanwaltschaft Dresden im Zusammenhang mit der Insolvenz eines seiner Unternehmen ermittelt. Wegner bezeichnete das Vertrauensverhältnis zu Hundt als „zerstört“. Hundt fordert vom Land Berlin nach Angaben des „Tagesspiegels“ neben einem Übergangsgeld von 50.000 Euro auch die Erstattung von Anwaltskosten in gleicher Höhe.