Wann es gefährlich wird
Verkehrsminister kollabiert: Was hinter Kreislaufproblemen steckt
30.09.2025 – 15:43 UhrLesedauer: 3 Min.
Verkehrsminister Schnieder ist bei einer Sitzung zusammengebrochen. Was hinter Kreislaufproblemen steckt und wann sie gefährlich werden können.
Schrecksekunden bei der Kabinettsklausur: Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) ist während des Treffens in Berlin plötzlich am Tisch zusammengesackt. Nach Angaben eines Regierungssprechers wurde der 57-Jährige umgehend in ein Krankenhaus gebracht. Inzwischen geht es ihm besser, doch der Vorfall wirft Fragen auf. Wie kommt es zu einem Kreislaufzusammenbruch? Und wann sind Kreislaufprobleme ein Alarmsignal?
Ein Kreislaufzusammenbruch ist meist die Folge eines kurzzeitig stark abgesenkten Blutdrucks. Dabei sackt das Blut – oft ausgelöst durch langes Stehen, Hitze oder Stress – in die unteren Körperbereiche ab, insbesondere in die Beine. Das Gehirn wird dann für einige Sekunden nicht ausreichend durchblutet, was zu Schwindel, Schwarzwerden vor den Augen oder sogar kurzfristiger Bewusstlosigkeit führen kann.
In vielen Fällen reguliert sich der Blutfluss von allein wieder. Doch dahinter können auch ernsthafte Erkrankungen stecken, etwa Störungen des Herz-Kreislauf-Systems, hormonelle Ungleichgewichte oder neurologische Erkrankungen. Eine ärztliche Untersuchung, wie sie nun auch bei Minister Schnieder erfolgt, ist deshalb dringend empfohlen.
- Kreislaufprobleme: Diese Symptome sind typisch
- Psychisch bedingt: Können Kreislaufprobleme auch durch Stress entstehen?
Der Begriff „Kreislaufprobleme“ ist medizinisch nicht eindeutig definiert, beschreibt aber eine Reihe typischer Beschwerden, die auf einen zu niedrigen Blutdruck hinweisen. Häufig betroffen ist dabei das Gehirn, das besonders sensibel auf eine verringerte Durchblutung reagiert.
Typische Symptome von Kreislaufproblemen:
- Schwindel oder Benommenheit
- Flimmern vor den Augen oder kurzes „Schwarzwerden“
- Kopfschmerzen
- Herzrasen
- Zittern
- Müdigkeit und Konzentrationsprobleme
- Kalte Hände oder Füße
- Blässe
- Übelkeit
- Neigung zu Stürzen
In leichten Fällen sind diese Beschwerden harmlos. Treten sie jedoch häufiger oder in Verbindung mit Ohnmachtsanfällen auf, sollten Sie medizinischen Rat einholen.
Ein systolischer Blutdruckwert unter 100 mmHg gilt als niedrig. Das bedeutet, das Herz pumpt mit vergleichsweise geringem Druck sauerstoffreiches Blut in die Arterien. Dadurch kann es zu einer unzureichenden Versorgung der Organe mit Sauerstoff und Nährstoffen kommen, vor allem im Gehirn.
Niedriger Blutdruck ist bei jungen, sportlichen oder schlanken Menschen häufig und in vielen Fällen gesundheitlich unproblematisch. Kritisch wird es, wenn Beschwerden hinzukommen oder der Blutdruck durch eine Erkrankung oder Medikamente krankhaft niedrig ist.
Die Ursachen für einen zu niedrigen Blutdruck und die damit verbundenen Kreislaufprobleme sind vielfältig. Sie reichen von harmlosen Auslösern bis zu ernsthaften Erkrankungen.
Häufige medizinische Ursachen sind:
- Herzkrankheiten wie Herzschwäche, Rhythmusstörungen oder Klappenfehler
- Hormonstörungen, etwa eine Schilddrüsenunterfunktion oder Morbus Addison
- Flüssigkeitsmangel oder Blutarmut (Anämie)
- Medikamente, zum Beispiel Blutdrucksenker, Psychopharmaka oder Diuretika
- Längere Bettlägerigkeit oder körperliche Inaktivität
- Neurologische Erkrankungen wie Parkinson oder Diabetes
Auch eine sogenannte orthostatische Hypotonie, also ein positionsabhängiger Blutdruckabfall beim plötzlichen Aufstehen, kann zu akuten Kreislaufproblemen führen – selbst bei Menschen mit eigentlich normalem oder sogar hohem Blutdruck.
In akuten Situationen gilt: sofort Hilfe holen. Wenn jemand plötzlich bewusstlos wird, nicht reagiert oder stark schwankt, sollten Sie den Notruf 112 wählen. Bis professionelle Hilfe eintrifft, ist es wichtig, die betroffene Person hinzulegen, die Beine hochzulagern und für frische Luft zu sorgen.
Um den Kreislauf dauerhaft zu stabilisieren, sollten Betroffene auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten, sich regelmäßig bewegen und ausgewogen ernähren. Auch Kompressionsstrümpfe können helfen, wenn Sie zu Blutstauungen neigen.
Wer häufiger unter Kreislaufproblemen leidet, sollte die Ursache medizinisch abklären lassen – auch, um ernsthafte Grunderkrankungen frühzeitig zu erkennen.
