Bürgerdialog

Merz rüffelt Krebskranke – und schickt ihr dann eine Autogrammkarte

11.06.2026 – 04:14 UhrLesedauer: 2 Min.

Friedrich Merz (Archivbild): Der Bundeskanzler hat der krebskranken Frau eine Autogrammkarte zukommen lassen. (Quelle: IMAGO/Maximilian Koch/imago)

Silvia Dronsch aus Niedersachsen will eine Entschuldigung von Friedrich Merz. Was die Krebspatientin stattdessen bekommt, dürfte die Gemüter spalten.

Eine an Hautkrebs erkrankte Frau aus Niedersachsen hat nach einer öffentlichen Auseinandersetzung mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) eine Autogrammkarte aus dem Kanzleramt erhalten. Das bestätigte eine Regierungssprecherin. Zu den Inhalten äußerte sich die Sprecherin nicht.

Den Ausgangspunkt bildete ein Bürgerdialog Ende April im sachsen-anhaltinischen Salzwedel – unweit der niedersächsischen Grenze. Dort hatte Silvia Dronsch das Wort ergriffen. Die Frau ist nach eigenen Angaben an Hautkrebs im vierten Stadium erkrankt. Mit Blick auf die geplante Gesundheitsreform schilderte sie, ihr werde nun die Vorsorge genommen – eine Anspielung auf damals kolportierte Pläne zur Abschaffung der kostenlosen Hautkrebsuntersuchung. Anschließend fragte sie Merz, warum bei den Bürgern so stark gespart werde, nicht aber bei den Politikern – und deutete an, dass die Regierung für sich eine Lohnerhöhung plane.

Merz weist Vorwurf scharf zurück

Der Kanzler reagierte ungehalten. Er stellte klar, dass weder er noch jemand anderes erwogen habe, die Bezüge der Bundesregierung anzuheben. „Alles andere ist eine falsche Behauptung. Und ich wäre Ihnen einfach dankbar, wenn Sie das nicht einfach ungeprüft wiederholen“, sagte Merz.

Zur Gesundheitsreform führte er aus, wie die Einsparungen aufgeteilt werden sollten: „Ein Drittel die Versicherten, ein Drittel die Leistungserbringer und ein Drittel alle Übrigen. Das heißt, das ist eine Reform, zu der jeder einen Beitrag leisten muss.“

Anruf im Kanzleramt – dann kam der Brief

Mit dieser Antwort gab sich Dronsch nicht zufrieden. Laut einem Bericht der „Allgemeinen Zeitung“ wollte sie eine Entschuldigung von Merz. Telefonisch erreichte sie demnach schließlich einen Verantwortlichen im Büro des Kanzlers. Im Anschluss sei das Schreiben verschickt worden.

Der Brief habe eine Autogrammkarte des Kanzlers mit persönlicher Widmung enthalten, mit der er ihr „alles Gute“ gewünscht habe. Ein Mitarbeiter habe ihr zudem in einem Begleitschreiben „Zuversicht“ und „Kraft“ gewünscht.

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