„Es stinkt ziemlich“

Was Pinguinkot im ewigen Eis anrichtet – Überraschung


Aktualisiert am 06.11.2026 – 12:32 UhrLesedauer: 2 Min.

Auf den Gletschern der Antarktis sind Adéliepinguine zu sehen (Symbolbild): Pinguine sind die bekanntesten Bewohner der Antarktis. (Quelle: Sebnem Coskun/imago)

Pinguine sind niedlich – ihr Kot könnte allerdings Folgen für die Schneeschmelze haben. Ein Forschungsteam ist einem ungewöhnlichen Zusammenhang auf der Spur.

Ausgerechnet Pinguine könnten dazu beitragen, dass in der Antarktis mehr Schnee schmilzt. US-Forscherinnen haben einen überraschenden Zusammenhang entdeckt: Die Hinterlassenschaften der Tiere könnten das Wachstum von Schneealgen fördern. Die winzigen Organismen färben den Schnee grün oder rot – und bewirken so, dass er mehr Sonnenenergie aufnimmt.

Für ihre im Fachjournal „Journal of Geophysical Research: Biogeosciences“ veröffentlichte Studie untersuchten Elise Ryan von der Western Washington University und Alia Khan von der University of Colorado Boulder 111 Schneeproben entlang der Antarktischen Halbinsel. Besonders dort, wo Wildtiere den Schnee beeinflussten, fanden sie hohe Konzentrationen des Algennährstoffs Phosphat.

  • Antarktis: Stiftung bietet Traumjob an – mit Haken

Antarktis: Pinguine als unfreiwillige Gärtner

Die Erklärung beginnt beim Speiseplan der Tiere. Adélie- und Eselspinguine leben an den Küsten der Antarktischen Halbinsel und ernähren sich unter anderem von Krill, winzigen Krebstieren aus dem Südpolarmeer. Ihr Kot enthält wichtige Nährstoffe und wirkt wie Dünger für Schneealgen.

„Es stinkt ziemlich, wenn man in der Nähe von Pinguinen arbeitet“, berichtet Khan in einer Mitteilung der American Geophysical Union. Die Tiere watschelten durch ihre Hinterlassenschaften und verteilten sie auf dem Schnee. In grün verfärbtem Schnee fanden die Forscherinnen rund zehnmal so viel Phosphat wie in rotem Schnee – und etwa 70-mal so viel wie in äußerlich sauberem Schnee.

Das hat möglicherweise Folgen: Während weißer Schnee einen Großteil des Sonnenlichts reflektiert, nehmen die von Algen grün oder rot gefärbten Flächen mehr Sonnenenergie auf. Dadurch könnten sie schneller schmelzen.

Wie stark Pinguinkot die Schneeschmelze tatsächlich beeinflusst, ist noch offen. Die Studie zeigt Zusammenhänge zwischen Nährstoffen und Algenwachstum, misst aber keine zusätzlichen Schmelzmengen.

Share.
Leave A Reply

Exit mobile version