Geplanter Neubau

Olympia in München: Kommt jetzt der U-Bahn-Poker?

21.10.2026 – 15:28 UhrLesedauer: 3 Min.

In Freiham (Archivbild) entsteht ein riesiges Neubaugebiet. Aktuell ist das Viertel mit S-Bahn und Bussen angebunden, nun soll eine U-Bahn folgen. (Quelle: IMAGO/Frank Hoermann/SVEN SIMON/imago)

In Freiham leben bereits 10.000 Menschen, Zehntausende sollen folgen. Doch die U-Bahn-Anbindung steht wegen Olympia auf der Kippe. Und das ist nicht das einzige Problem.

Freiham bekommt eine U-Bahn: Das hat der Münchner Stadtrat am Mittwoch (21. Oktober) mit großer Mehrheit beschlossen und will bald mit den notwendigen Vorbereitungen für die Planung beginnen. Konkret geht es um die U-Bahnlinie U5, die in den Westen der Landeshauptstadt verlängert werden soll. Ein notwendiges Planfeststellungsverfahren, um die Anbindung von mindestens 30.000 Einwohnern zu sichern, soll bald eingeleitet werden.

Doch die U5 in eines der größten Neubaugebiete Europas steht nicht auf so sicheren Füßen, wie es scheint. Zum Einen ist der Beschluss kein Garant dafür, dass die Linie tatsächlich gebaut wird. Zum anderen grätscht nun die Bewerbung für Olympia in die Planung hinein.

Anbindung an autoarmes Quartier

Freiham wurde bewusst als autoarmes Quartier geplant. Bislang sind die Bewohner ausschließlich auf S-Bahnen und Busse angewiesen. Dass das nicht reibungslos funktioniert, zeigen die zunehmenden Klagen über verstopfte Straßen und fehlende Parkplätze.

Eine von der CSU initiierte Petition für die U5-Verlängerung sammelte innerhalb von vier Tagen gut 1.800 Unterschriften. Die Stadt hat bereits einen dreistelligen Millionenbetrag in die Planung und ein sogenanntes Vorhaltebauwerk gesteckt – also ein Gebäudegerüst, das später als Bahnhof genutzt werden soll.

Neubauwohnungen in Freiham: Anwohner wünschen sich eine Verlängerung der U-Bahnlinie U5. (Quelle: IMAGO/Maria Maar/imago)

Das größte Hindernis bleibt die Finanzierung. Felix Lang von der SPD forderte deshalb konkrete Zusagen von Bund und Freistaat, bevor der Bau tatsächlich beginnt: „Unsere heutige Zustimmung ist deshalb noch nicht ein Blankoscheck für den späteren Bau.“

Sorge wegen Olympia: Wer bekommt die U-Bahn?

Die Pläne für die U5 nach Freiham haben allerdings Konkurrenz bekommen. Denn die Bewerbung Münchens für die Olympischen Sommerspiele sieht ein neues Olympisches Dorf bei Daglfing im Nordosten vor. Die Anbindung ans U-Bahnnetz soll eine milliardenteure Verlängerung der U4 ermöglichen. Und dann wäre da noch der geplante Neubau der U9 in den Münchner Norden, rund um die BMW-Standorte. Nun wächst also die Sorge, dass die Menschen in Freiham, in Milbertshofen und die Olympia-Befürworter darum kämpfen, wer nun eine U-Bahn bekommt.

Einfahrende U-Bahn Linie U4 zum Arabellapark (Archivbild): Kommt Olympia wieder nach München, soll eine Verlängerung der U4 das neue Olympische Dorf anbinden. (Quelle: IMAGO/Wolfgang Maria Weber/imago)

Andreas Frank, Münchner Sprecher des Fahrgastverbandes Pro Bahn, sieht darin einen direkten Zielkonflikt: „Beides gleichzeitig ist nicht möglich. Wenn man die U-Bahn nach Freiham jetzt fertigplanen möchte, bedeutet das, auf die U-Bahn im Osten zu verzichten. Die Erschließung des Olympischen Dorfes kann und muss dann durch eine Trambahnstrecke erfolgen.“

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