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Dieser Film macht aus wahren Begebenheiten eine Nachkriegskomödie


16.05.2026 – 06:07 UhrLesedauer: 3 Min.

Kalle (Erwin Geschonneck) und Karla (Marita Böhme) in „Karbid und Sauerampfer“. (Quelle: imago stock&people/imago)

In „Karbid und Sauerampfer“ werden die Entsagungen der Nachkriegszeit zu humorvollen Abenteuern.

Über 400 Kilometer muss die Hauptfigur in „Karbid und Sauerampfer“ zurücklegen und das ohne eigenes Transportmittel. Daraus entsteht eine Art deutscher Roadmovie der Sechzigerjahre.

Darum geht es in „Karbid und Sauerampfer“

Nachkriegszeit in Dresden. Kalle, vor dem Zweiten Weltkrieg Arbeiter in einer Zigarettenfabrik, soll helfen, die Produktion wieder anzukurbeln. Dafür braucht es Karbid, ein Schwermetall, das es aktuell nur im entfernten Wittenberge geben soll. Kalle macht sich auf den Weg und ergattert sieben Fässer Karbid. Die eigentliche Herausforderung steht aber noch bevor, denn Kalle hat keine Transportmöglichkeit für den Weg zurück.

Mitsamt der sieben schweren Fässer versucht Kalle per Anhalter nach Dresden zu gelangen und trifft dabei auf hilfsbereite, aber auch feindselige Menschen, die seine Reise prägen. Obwohl er in Versuchung gerät, seine Mission abzubrechen, bleibt er seinem Ziel verpflichtet und versucht, so viele Fässer wie möglich nach Dresden zu bringen.

So sehenswert ist „Karbid und Sauerampfer“

Die DDR-Komödie von 1963 gehört zu den beliebtesten DEFA-Produktionen und arbeitet klassische Nachkriegserfahrungen auf humoristische Weise auf. Besonders Erwin Geschonneck als Hauptfigur Kalle konnte die Zuschauer überzeugen. Die Filmdatenbank IMDb bewertet den Film mit 7,1 von 10 Sternen.

Für Fans der nostalgischen DEFA-Produktionen sowie deutscher Geschichte und Filmen aus dem 20. Jahrhunderts läuft „Karbid und Sauerampfer“ am 16. Mai um 22 Uhr auf RBB. Alternativ ist der Film auf YouTube oder bei Apple TV verfügbar.

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Krieg und Komödie

„Karbid und Sauerampfer“ wurde 1963 veröffentlicht und handelt von der Nachkriegszeit in Deutschland, während derer das Land wieder aufgebaut wurde. Die Zigarettenfabrik im Film ist vom Krieg stark beschädigt, weshalb zunächst die Maschinen freigelegt und wieder in Gang gebracht werden müssen, bevor die Arbeit erneut aufgenommen werden kann. Das benötigte Material, Karbid, ist Mangelware.

Mangelware ist auch Nahrung. Der Schauspieler Erwin Geschonneck erzählt in seinem Buch „Meine unruhigen Jahre“, dass die Hauptfigur im Film daher zum Vegetarier geschrieben wurde. Die Figur war so für die Reise nach Wittenberge besser geeignet, weil sie unter anderem Sauerampfer vom Wegesrand essen konnte.

Geschonneck hatte selbst Erfahrung als Vegetarier: „Ich bin ja damals, in den zwanziger Jahren, Vegetarier geworden aus Not, und in den vegetarischen Restaurants gab es billiges, gutes, schmackhaftes Essen, hervorragenden Spinat und Eier, Kartoffelbrei oder süße Grießspeisen“

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